Schrenzerschule Butzbach

Schrenzerschule
Haupt- und Realschule des Wetteraukreises mit Förderstufe

     

50 Jahre Schrenzerschule

Inhaltsverzeichnis

Präambel S. 2
Teil A:
Einführung S. 5
1. Rahmenbedingungen S. 5
2. Pädagogische Schulentwicklung seit 2002 S. 6
3. Zeitrahmen des Schulprogramms II S. 8
4. Antrag auf Schulformänderung zu einer integrierten
Gesamtschule und die Bedeutung für das Schulprogramm S. 8

Teil B:
Schwerpunkte des Schulprogramms II S. 10
1. Die Schrenzerexpedition S. 10
1.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 10
1.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen S. 10
1.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 11
1.4 Evaluation S. 11

2. Die Teamentwicklungsseminare S. 11
2.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 11
2.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 12
2.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 13
2.4 Evaluation S. 14

3. Lesekompetenz S. 16
3.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 16
3.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 17
3.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 18
3.4 Evaluation S. 19

4. Soziales Lernen in der Schrenzerschule S. 19
4.1 Das Trainingsraumkonzept S. 20
4.1.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 20
4.1.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 21
4.1.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 21
4.1.4 Evaluation S. 21

4.2 Beratung in der Schrenzerschule S. 22
4.2.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 22
4.2.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 22
4.2.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 23
2.2.4 Evaluation S. 23

5. Verantwortungsübernahme durch Schüler S. 24
5.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 24
5.1.1 Busscouts S. 24
5.1.2 Streitschlichter S. 25
5.1.3 Umweltbeauftragte S. 25
5.1.4 Schulsanitäter S. 25
5.1.5 Assistenten für Teamentwicklungsseminare S. 26
5.2. Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 26
5.3. Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 26
5.4. Evaluation S. 26

6. Außerschulische Lernorte S. 27
6.1 Lernorte im naturwissenschaftlichen Bereich S. 27
6.1.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 27
6.1.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 28
6.1.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 28
6.1.4 Evaluation S. 28

6.2 Lernorte im historisch-politischen Bereich S. 29
6.2.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 29
6.2.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 33
6.2.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 30
6.2.4 Evaluation S. 30

7. Internationale Öffnung von Schule S. 31
7.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 31
7.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 32
7.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 33
7.4 Evaluation S. 33

8. Ganztagsangebote S. 34
8.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 34
8.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 35
8.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 37
8.4 Evaluation S. 37

9. Schulsozialarbeit S. 38
9.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 38
9.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 39
9.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 39
9.4 Evaluation S. 39

10. Hauptschüler und SchuB S. 41
10.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 41
10.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 42
10.3 Lösungsansätze von 2002 und ihre Entwicklung bis 2009 S. 42
10.4 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 44
10.4 Zusammenfassende Evaluation S. 44

11. Multmedia S. 45
11.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 45
11.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 45
11.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 45
11.4 Evaluation S. 46
11.5 Anhang S. 48

12. Methodentraining S. 48
12.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 48
12.2 Zeitplan und organisatorisch-inhaltlicher Rahmen S. 50
12.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 50
12.4 Evaluation S. 50

13. Verlässliche Schule S. 51
13.1 Vorüberlegungen und Ziele S. 51
13.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen S. 51
13.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung S. 51
13.4 Evaluation S. 51

Präambel

Wir wollen in einer freundlichen, respektvollen und gewaltfreien Atmosphäre die Fähigkeiten für ein selbstverantwortliches, kooperatives und lebenslanges Lernen fördern sowie innovative und kreative Entwicklungspotentiale bei Lernenden unterstützen.
Wir verstehen Bildung als ganzheitlichen Lernprozess, in dem sich Mündigkeit, die Möglichkeit zur Teilhabe und die Verantwortungsbereitschaft in einer demokratischen Gesellschaft für den Einzelnen erschließen.
Die Förderung individueller Fähigkeiten, die Forderung von Leistung und die Verantwortungsüvbernahme in der Schule machen die Schule zu einem Lern- und Lebensraum, der dem Schüler Entwicklungsmöglichkeiten für seine Persönlichkeit und Gestaltungsmöglichkeiten frür seine unmittelbare Umwelt eröffnet.



Teil A: Einführung

1. Rahmenbedingungen

Die 1959 erbaute Schrenzerschule ist eine von drei Haupt- und Realschulen mit Förderstufe im Butzbacher Raum.
Sie wird z.Z. von 596 Schülern besucht, die zu 41,7% in der Kernstadt und zu 28,6 % in Butzbacher Stadtteilen wohnen. 35% der Schüler kommen aus umliegenden Städten, Gemeinden und Butzbacher Stadtteilen, die traditionell anderen Mittelstufenschulen zugeordnet sind. Damit sind gegenüber 2002 (damals 10%) mehr als ein Drittel der Schüler nicht aus dem originären Einzugsgebiet der Schrenzerschule. Dies hat u.a. dazu geführt, dass die Schülerzahl bis heute sehr konstant geblieben ist. Nach den Prognosen von 2004 müsste die Schülerzahl bei 435 liegen, dies hätte einen Rückgang um ca. 25% bedeutet.
Der Schrenzerschule sind zwei Grundschulen mit Eingangsstufen zugeordnet, die Degerfeldschule und die Hausbergschule Hoch-Weisel, mit denen ein enger Kontakt im Rahmen des Übergangs auf unsere weiterführende Schule gepflegt wird.
Im Einzugsgebiet der Schrenzerschule befinden sich zwei soziale Brennpunktsiedlungen sowie ein Kinderheim.
Der Ausländeranteil der Schule liegt bei ca. 8 %; die Größenordnung der Aussiedlerkinder noch darunter. Allerdings haben 21,6% der Schüler einen Migrationshintergrund.
In den 10 Jahren von 1992 bis 2002 ist die Schülerzahl der Schrenzerschule um 43,5% gestiegen und danach bis heute konstant hoch geblieben, was trotz Erweiterungsanbauten seit 2002 eine dramatische Verschlechterung der Raumsituation bedeutet: Fachräume werden als Klassenräume genutzt und für den Betrieb einer "Ganztagsschule" fehlen wichtige Räumlichkeiten und eine adäquate Freiflächengestaltung. Die Arbeitsraumsituation für die Lehrkräfte ist desolat.
Während bis zum Jahr 2002 noch ein erheblicher Anstieg der Schülerzahlen in der Hauptschule feststellbar war (sie stellten damals fast 1/3 der gesamten Schülerzahl), bilden sie heute einen Anteil von 20%, erreichen aber noch durchgängig die Zweizügigkeit. Die Förderstufe ist z.Z. vierzügig und die Realschule zwei- bis vierzügig. Der anteilmäßige Rückgang der Hauptschüler erklärt sich auch aus den Anmeldezahlen für die Realschule im Jahrgang 7, die aus benachbarten Förderstufen an die Schrenzerschule kommen, sowie den Rückläufern aus den Gymnasien. Die Realschüler stellen inzwischen mit 53 % den größten Teil der Schülerschaft.
Das Stammkollegium der Schrenzerschule besteht aus 38 Kolleginnen und Kollegen. Hinzu kommen 11 BAT-Verträge bzw. Abordnungen, 4 Lehrer im Vorbereitungsdienst und 4 Sozialpädagogen. Kooperationsfähigkeit, Engagement und Kreativität des Kollegiums sind, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, als ausgesprochen positiv zu beurteilen. Die Fortbildungsbereitschaft ist hoch.
Die Kooperationsbereitschaft bezieht sich auch auf die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen wie dem Schulpsychologischen Dienst, dem Jugendamt, dem Verein Jugendberatung und Jugendhilfe e.V., der FAB, der Agentur für Arbeit, den abgebenden Grundschulen, den Präventionsberatungsstellen, der Kriminalpolizei, der Universität Gießen, den Betrieben in der Region, dem VfR Butzbach sowie dem Verein "Verantwortung statt Gewalt e.V." in Weilburg.

Die Zusammenarbeit mit der Elternschaft ist außerordentlich kooperativ und wird als sehr unterstützend erlebt.
Partnerschaftliche Kontakte pflegt die Schrenzerschule darüber hinaus mit der Mittelschule in Kalkan / Türkei. Außerdem startete im März 2009 ein auf drei Jahre angelegtes Comenius-Projekt.

2. Pädagogische Schulentwicklung seit 2002

Im Rahmen der Stärken- und Schwächenanalyse der Schule von 2002 wurde als besonders bearbeitungsbedürftig die Verbesserung der Raumsituation der Schule, deren seit mehr als 15 Jahren anstehender extremer Sanierungsbedarf, die Überarbeitung des Müllkonzepts sowie die Problematik des Rauchens in der Schule angesehen.
Während die Sanierungsnotwendigkeiten (bis auf das Verwaltungsgebäude) in den letzten 7 Jahren sehr zufriedenstellend durch den Schulträger gelöst wurden, die Raucher- und die Müllproblematik durch gesetzliche Regelungen bzw. organisatorische Veränderungen verbessert werden konnte, erweist sich die Raumsituation im Hinblick auf das Konzept einer "Ganztagsschule" sowie die fehlenden Arbeitsräume für die Lehrer als weiterhin prekär.

Rohbau der Schulbibliothek Herbst 2005
Eine große Übereinstimmung herrschte 2002 auch in der Einschätzung, dass eine Verbesserung der schulischen Leistungen und der sozialen Kompetenzen im Wesentlichen nur erreicht werden kann, wenn über Ganztagsangebote den Schülern mehr Zeit für Lernen und für ihre Bildung zur Verfügung steht.
Bedauerlicherweise ist die Schrenzerschule - trotz mehrfacher Antragstellung - bis heute nicht über den Status einer Schule mit pädagogischer Mittagsbetreuung hinausgekommen.
Um die besonderen pädagogischen Aufgaben, die sich in der Schrenzerschule u. a. auch aufgrund des Anteils an benachteiligten Schülern ergeben, erfolgreich zu bewältigen, wurden
über den Fachunterricht hinaus seit 1996 gezielt Konzepte erarbeitet, die "experimentell" und nicht allgemein verbindlich erprobt wurden und den Prozess der pädagogischen Schulentwicklung entscheidend vorangetrieben haben. Man könnte die Inhalte dieses Prozesses, der im Themenspeicher des 1. Schulprogramms abgesichert war, als "hidden Schulcurriculum" bezeichnen.
Diese Punkte finden nunmehr in wesentlichen Teilen, nämlich da, wo sie sich als valid erwiesen haben, ihre Festschreibung in dem Schulprogramm II bzw. bleiben auf der Agenda-Liste.
Dazu gehören:
Die Schrenzer-Expedition
Sie ist ein erlebnispädagogisches, suchtpräventives Programm sozialen Lernens in der Jahrgangsstufe 5.
Das Methodentraining

Es findet in allen Jahrgangsstufen und als Fortbildungsmaßnahme für Lehrkräfte statt und ist u.a. ein Baustein für Eigenverantwortliches Arbeiten (EVA - nach Dr. Heinz Klippert).
Die Teamentwicklung im Klassenraum
Ein entsprechendes Konzept wurde in der Jahrgangsstufe 7 der Hauptschule und der Realschule (Team Sieben) erprobt (2 Wochenstunden, 1 Jahr) und wird nun in Form von mehrtägigen Seminaren weitergeführt.
Die Gesundheitsförderung
Im Rahmen des Netzwerks "Schule und Gesundheit" war die Schrenzerschule Projektschule zur Entwicklung von Konzepten der Gesundheitsförderung bei Schülern und Lehrern.
Die Schrenzerschule hatte dem Schulträger eine Konzeptentwicklung zum Umbau der Schrenzersporthalle vorgelegt, die darauf abzielte, durch verstärkte Bewegungsangebote zu mehr körperlicher Betätigung bei Schülern zu gelangen.
Dieses Konzept wurde vom Schulträger jedoch nicht unterstützt. Allerdings gab es Unterstützung bei der Gestaltung des "Wäldchens", des Gymnastikraums und des Schulhofs.
Grünes Klassenzimmer im "Wäldchen"
10. Hauptschuljahr
Als einzige Schule des Wetteraukreises hatte die Schrenzerschule eine 10. Hauptschulklasse eingerichtet (1999 bis 2003). Hier wurden benachteiligte Hauptschüler für den erfolgreichen Übergang in das Berufsleben oder auf weiterführende Schulen qualifiziert. Mit der Änderung des Hessischen Schulgesetzes war dies nicht mehr möglich, da in der Neufassung davon ausgegangen wurde, dass dieses 10. Hauptschuljahr nur von potenziellen Realschülern besucht werden darf. Deshalb wurde 2004 die erste SchuB-Klasse eingerichtet. Heute ist die Schrenzerschule Beratungsschule für SchuB-Klassen in Mittelhessen.
Kulturelles Lernen
Es wurde in unterschiedlichen Angebotsformen (Theater, Online - Schülerzeitung, Homepage-AG, Schulgarten, Keramik, Textiles Gestalten, Mediation, Bistrobewirtschaftung) allen Schülern in den verschiedenen Jahrgangsstufen ermöglicht und ist nunmehr im Rahmen des Ganztagsangebots platziert.
Schulklima
Die Schrenzerschule ist EU-Projektschule für die Bereiche "Verbesserung des Klassen- und Schulklimas" sowie für die Zusammenarbeit mit Eltern "Partners in education" (PIE) gewesen und stellt heute noch ihre Konzepte anderen Schulen vor.
Streitschlichter-Programm
Schüler wurden und werden in mehrtägigen Kompaktseminaren als Streitschlichter qualifiziert und bilden damit ein Element für Konfliktmanagement und Verantwortungsübernahme in der Schule.
Beratungsangebote
Für Schüler, Eltern und Lehrkräfte bestand und besteht ein Beratungsangebot durch ausgebildete Beratungslehrer, die Schulsozialarbeit, den schulpsychologischen Dienst und die Arbeitsagentur, wobei sich im Laufe der Jahre die personelle Ausstattung verändert, aber auch erweitert hat.
Lehrerfortbildung
Im Rahmen von Pädagogischen Tagen und Schwerpunktsetzungen in Workshops fand und findet auch weiterhin eine kontinuierliche schulinterne Lehrerfortbildung statt, die auf die Nachhaltigkeit einer pädagogischen Schul- und Qualitätsentwicklung abzielt.

3. Zeitrahmen des Schulprogramms II

Der Zeitrahmen für das Schulprogramm II ist auf drei Jahre angelegt. Das Schulprogramm benennt Schwerpunkte, die einerseits die Kontinuität zum Schulprogramm I sicherstellen, mit ihren Elementen aber auch implementierte Inhalte festschreiben und gleichzeitig mit diesen und neuen geplanten Schwerpunkten (z.B. Jahrgangsteams, Konzepte der Differenzierung, Projekt- und Freiarbeit) den organisatorischen, methodischen und curricularen Anforderungen für einen Umwandlungsprozess in eine integrierte Gesamtschule Rechnung tragen.
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4. Der Antrag auf Schulformänderung zu einer integrierten Gesamtschule und die Bedeutung für das Schulprogramm II

Die Schulgremien der Schrenzerschule Butzbach haben im März 2008 gemäß § 133 (1) Nr. 2 HSchG beschlossen, einen Antrag auf Organisationsänderung von einer Haupt- und Realschule mit Förderstufe in eine schulformübergreifende (integrierte) Gesamtschule zu stellen.
Grundlage für diesen Beschluss war neben pädagogischen Grundhaltungen auch der bisherige Schulentwicklungsprozess, der sehr stark sozialintegrative Elemente beinhaltet, die auch in dem Schulprogramm II ihre Bestätigung und Fortführung erfahren.
Die pädagogische Zielrichtung einer integrativen Schulform liegt wesentlich stärker auf einer auch vom Schulgesetz zunehmend geforderten individuellen Förderung an Stelle von Jahrgangswiederholungen.
Fachliche, persönliche und soziale Kompetenzen für alle Beteiligten sind Ziel und Ergebnis des integrierten schulischen Bildungsprozesses. Dabei finden die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, die Breite der individuellen Begabungen und Neigungen sowie die Unterschiede im Lernverhalten besondere Berücksichtigung. Begabungen werden aktiviert und unterstützt. Die Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ist eine ständige Herausforderung für den Lernprozess in einer integrierten Schule.



Insofern bilden die Schwerpunkte des Schulprogramms II eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit in einer integrierten Gesamtschule:
Die Schrenzerexpedition stärkt die integrative Arbeit in der Förderstufe. Sie schult den gesamten Jahrgang in einer "konstruktiven Konfliktkultur", besser aufeinander eingehen zu können. Sie stärkt die Klassengemeinschaft und trägt zu einer respektvollen Umgangsweise bei.
Darüber hinaus sind hier die Förderstunden zum Bereich "Lesekompetenztraining" und LRS platziert.
Die Teamentwicklungsseminare in der Jahrgangsstufe 7 (siehe Ziffer 2) sowie die Kommunikations- und Selfmanagementseminare in den Klassen 9 und 10, die sozialen Lernangebote und die Angebote zur Verantwortungsübernahme, die Methodentage, multimediales Lernen (siehe Ziffern 4, 5, 11 und 12 des Schulprogramms II) unterstützen ebenso wie der schulformübergreifende Unterricht und die AG-Angebote die Arbeit in einer integrierten Gesamtschule.
So sollen künftig nicht nur der Klassenverband gestärkt, sondern auch die Jahrgangsteamarbeit fortentwickelt werden. Lernschwächere Schüler werden nicht mehr "abgekoppelt". Es geht vielmehr darum, ihnen ein anregendes Lernmilieu zu bieten.
Daten über Lernausgangslagen (Lesekompetenz, Deutschkenntnisse, Migrationshintergrund) für die Schüler der Jahrgangsstufen 5 - 8 liegen vor.
Die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen in einem schulischen Angebot berücksichtigt werden, so dass allen Begabungen deutlich besser Rechnung getragen werden kann.
Ein besonderes Augenmerk benötigen jedoch nicht nur die eher bildungsfernen Schüler, denen der Schwerpunkt "Hauptschüler und SchuB" (Ziffer 10) gilt.
Auch diejenigen, die in heterogenen Lerngruppen durch ein längeres gemeinsames Lernen als Leistungsträger besser gefördert werden können, finden in den beschriebenen Schwerpunkten Ansätze, Herausforderungen und Aufgaben für ihre persönliche Kompetenzerweiterung und ihre schulische Leistungssteigerung. Hier wird die Fortschreibung des Schulprogramms anzusetzen haben.
Inklusion statt Selektion ist aber das nachgewiesenermaßen erfolgreiche Konzept, um ein kooperatives, angstfreies und herausforderndes lebenslanges Lernen zu ermöglichen.




Teil B: Schwerpunkte des Schulprogramms II

1. Die Schrenzerexpedition

1.1 Vorüberlegungen und Ziele
Der heutige Arbeitsmarkt verlangt von jungen Berufsanfängern eine umfangreiche Methodenvielfalt, Kenntnis über Techniken der Informationsbeschaffung und Nutzung, Selbstständigkeit und weitreichende soziale Kompetenzen, insbesondere Teamarbeit, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Konfliktmanagement.
Unternehmen setzen neben den schulischen Standardqualifikationen diese Anforderungen an junge Menschen voraus.
Neben dem Elternhaus ist Schule der wichtigste Ort, an dem soziale Kompetenzen und Arbeitsmethoden vermittelt werden. Schule von heute ist nicht nur eine "Anstalt zur Vermittlung von reinem Wissen", sie muss außerdem Erziehungsaufgaben auffangen, die Eltern nicht mehr so wie früher wahrnehmen können. Der Wandel in der Gesellschaft nötigt meist beide Elternteile zur Berufstätigkeit. Erziehung und Vermittlung von Werten und Normen kommen dadurch oft zu kurz und müssen deshalb von der Schule mitgetragen werden.
Die Schrenzer-Expedition wurde vor diesem Hintergrund konzipiert. Das Lernen sozialer Kompetenzen ist nämlich nur dann erfolgreich, wenn es langfristig und kontinuierlich erfolgt.
Dabei ist das Anliegen der "Expedition", vor allem gruppendynamische Prozesse mittels erlebnis- pädagogischer Maßnahmen zu fördern, damit die Schüler der neu zusammengesetzten Klassen



Vertrauens- und Kooperationsübung: Der Weg durch das "Tal der Gnome"
sich finden und ihre Rolle innerhalb der Klasse definieren können. Die Stärkung des Selbstbewusstseins steht dabei im Zentrum der Förderung. Selbstbewusste Kinder wissen um ihre Stärken und sind in der Lage Selbsteinschätzungen vorzunehmen, um sich ihrer Rolle in der Klassengemeinschaft bewusst zu werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Selbstverantwortung und die Übernahme von Verantwortung in und für die Gruppe.

1.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen
Die "Expedition'"findet in allen KLassen der Jahrgangsstufe 5 zweistündig pro Woche statt.Dabei bildet der Klassenlehrer gemeinsam mit einem weiteren Lehrer der KLasse das Expeditionsteam.Dieses Team plant die jeweiligen Stunden und wertet sie aus. Zusätzlich treffen sich alle Klassenteams der Schrenzerexpedition regelmäßig zur Koordination des Programms. Zu Beginn der Klasse 5 wird ein "Indoorseminar" in einer Jugendherberge veranstaltet. Dabei steht das Kennlernen und Zusammenfinden der Lerngruppe im Mittelpunkt.Diese Fahrt muss organisiert, vorbesprochen und während des Aufenthalts und koordiniert und nachbereitet werden.

1.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildungen
Durch die fortlaufende Koordination und den Erfahrungsaustausch untereinander findet automatisch eine Weiterbildung statt. Dies geschieht zum einen im Klassenteam und zum anderen im Gesamtteam der "Expedition". Der Personaleinsatz in der "Expedition" sieht vor, dass neben dem Klassenlehrer auch immer wieder weitere Kollegen die Gelegenheit erhalten, die "Expedition" kennen zu lernen. Zudem kommen auch immer wieder neue Lehrer hinzu, die neue Ideen mit einbringen. Dies führt dazu, dass mittlerweile 2/3 des Kollegiums mittels dieser erlebnispädagogischen Maßnahme fortgebildet wurde.
Ansonsten dienen Klassenfahrten und Fortbildungen mit erlebnispädagogischem Charakter der Qualifizierung in diesem Bereich (z.B. die Kletterfortbildung).
1.4 Evaluation
Zu einem Teil ist der Erfolg der Maßnahme über die Reflexionsrunden und Gespräche messbar, die regelmäßig stattfinden. Um die Nachhaltigkeit verlässlich zu beurteilen, bedürfte es einer wissenschaftlichen Untersuchung, da der Erfolg nicht einzeln messbar ist, sondern sich im Zusammenspiel vieler methodischer Inhalte der Schule spiegelt.

SCHRENZEREXPEDITION

Aufgaben der Schulleitung
" Bereitstellung der personellen und sächlichen Ressourcen
Aufgaben der Lehrer " Koordination im Gesamtteam der "Expedition"
" Koordination im Klassenteam
" 2 Std/Woche als "Expeditionsstunden"
" Erlebnispädagogische Methodenkenntnis und
Weiterbildung
" Planung und Durchführung des "Indoorseminars"
Aufgaben der Schüler
" Schüler der Jahrgangsstufe 5 sollen in einem erlebnispädagogischen Programm ("Schrenzerexpedition") Selbstvertrauen, Kooperationsfähigkeit, Ich-Stärke und Organisationsfähigkeit entwickeln und stärken
" Teilnahme am "Indoorseminar"
" Übernahme von Aufgaben in der Lerngruppe (Regelwächter - Spielleiter - Diskussionsführung, etc.)
Aufgaben der Eltern
" Bereitstellung finanzieller Ressourcen für das "Indoor-Seminar" und geplante Expeditionsausflüge
Überprüfungs-modalitäten und Ergebnisse " Reflexionsrunden und Auswertungsgespräche
" Der Erfolg ist nicht einzeln messbar und kann nur in einer wissenschaftlichen Untersuchung evaluiert werden.

2. Die Teamentwicklungsseminare

2.1 Vorüberlegungen und Ziele
Das Teamentwicklungsseminar wird Bestandteil des Schulprogramms der Schrenzerschule. Es wird mit allen Klassen der Jahrgangsstufe Sieben im Laufe eines Schuljahres durchgeführt. Ziel der Teamentwicklungsseminare ist es, die Anfang des Schuljahres neu zusammengesetzten Klassen in den Punkten Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Selbstorganisation und Kommunikationsfähigkeit zu schulen.
2.2 Zeitplan, organisatorischer und inhaltlicher Rahmen
Ein Teamentwicklungsseminar dauert in der Regel vier Tage und findet mit Übernachtung außerhalb der Schule statt, um eine adäquate Abkopplung von der Schule und deren Zeittakten zu gewährleisten. In der Vorbereitungsphase wird für jeden der Schüler ein Hand-Out von der Klassenleitung und dem Teamer erstellt, das auf die jeweilige Klassensituation zugeschnitten ist. Hierbei werden Klassenklima, Lernsituation, Konzentrationsfähigkeit und Wissensstand der Klasse einbezogen. Der Schulsozialarbeiter plant im Vorfeld - in der Regel vier Schulstunden - zusammen mit der Klasse das Rahmenprogramm, stellt mit den Schülern einen Speiseplan sowie einen Einkaufs-, Koch- und Putzplan zusammen und legt die Zimmeraufteilung fest. Der Seminarort wird schon weit im Vorfeld im Team der Seminarleitung besprochen und bei einem Elternabend von den Eltern der Klasse bestätigt.

Zu Beginn ist ein gründliches Kennenlernen der individuellen Stärken und Schwächen Inhalt des Seminars. In Phase zwei werden Übungen zur Gruppenarbeit gemacht, die genutzt werden, um gesteuert eigene Klassenregeln für den gemeinsamen Umgang und das Arbeiten in Gruppen zu erstellen. Die Teamfähigkeit wird in Phase drei durch viele Übungen trainiert, in denen immer wieder neu und nach dem Zufallsprinzip zusammengestellte Gruppen verschiedene Aufgaben lösen. In der 4. Phase werden Konflikte, die beim Arbeiten in Teams jederzeit auftreten können, dargestellt, bearbeitet und bestmöglich gelöst. Hierzu dient zuvor die Schulung der Kommunikation durch Übungen zu Ich-Botschaften und nichtverletzenden Ärgermitteilungen. Reflexion des eigenen Handelns sowie des Miteinnanders in der Klasse ist Inhalt der 5. Phase.
Immer wieder werden erlebnispädagogische Übungen eingeflochten, "Spiele", die von den Teilnehmern als Auflockerung wahrgenommen werden, den Schülern aber auch wertvolle Erfahrungen vermitteln und Anknüpfpunkte für die weitere Seminararbeit bieten.

Daneben enthält das Seminar viele organisatorische Aufgaben, die die Persönlichkeit der einzelnen Schüler fördern. Hierzu wird schon im Vorfeld die Verantwortung für die Organisation des Seminars in die Hände der Schüler gelegt. Die Klasse erstellt einen Speiseplan sowie einen Einkaufs-, Koch- und Putzplan.

"Nebenbei" kümmern sich die Teamer um die lebenspraktischen Fähigkeiten der Schüler: Beherrschen die Heranwachsenden das Kochen, haben sie eine angemessene Körperhygiene und wie selbstständig bzw. selbstverständlich gehen sie damit um? Wie und womit beschäftigen sich Schüler in ihrer Freizeit und wie verantwortlich können sie mit der Freiheit umgehen, die ihnen gewährt wird?
Neben der Seminarleitung, die aus einem Teamer, dem Schulsozialarbeiter sowie dem Klassenlehrer besteht, werden fehlende Aufsichten durch Schüler der R9 oder R10 ergänzt, die so das Konzept der Verantwortungsübernahme umsetzen. Sie übernehmen hier die Verantwortung gegenüber ihren jünge-ren Mitschülern, indem sie diese bei der Erfüllung ihrer Pflichten unterstützen und sie beaufsichtigen. Die Älteren zeigen sich hierbei sehr verantwortungsbewusst und werden von den Siebtklässlern akzeptiert. So bilden sie eine ideale Brücke zwischen den Siebtklässlern und den Erwachsenen.
Die Schulleitung bzw. die Schule koordiniert die Terminplanung und unterstützt das Team durch Ausplanung der Lehrer vom normalen Unterricht, stellt die Sachmittel zur Verfügung und bietet Unterstützung bei Fortbildungsmaßnahmen.

Die Schüler der Klassen kaufen einen Tag vor Seminarbeginn die geplanten Lebensmittel ein. Die Eltern sind zusammen mit ihren Kindern für die Organisation von Fahrgemeinschaften zum und vom Seminarort zuständig und stellen das Geld für die Teilnehmerkosten zur Verfügung, das in der Regel - je nach Unterkunft - zwischen 30,00 € und 60,00 € beträgt.
Die Resonanz auf die Seminare fällt meist positiv aus, da die Schüler am Ende des Seminars der Arbeitsform Gruppen- und Teamarbeit sehr viel offener gegenüberstehen. Schule und Lehrerschaft hingegen blicken vor allen Dingen auf die Nachhaltigkeit des Seminars: Ein besseres Lernklima in der Klasse und in der Schule, die Bereitschaft adäquate Handlungsstrategien einzusetzen, das Mutfassen, frei zu sprechen und nicht verletzend seine Bedürfnisse und Meinungen mitzuteilen, gleichzeitig aber auch kompromissbereit an Lösungen mitzuarbeiten.
Die so von der Schrenzerschule vermittelten Schlüsselqualifikationen sollen den Jugendlichen später auch bei der Lehrstellensuche helfen, denn von Seiten des Arbeitgeberverbandes wird immer wieder beklagt, dass sich zu wenig teamfähige Auszubildende unter den Bewerbern befinden.



2.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung
Um den Personalbestand der Trainer zu sichern, werden alle zwei Jahre Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte angeboten, die diese Qualifikation erwerben wollen.
Die Klassenlehrer sind immer an den Teamentwicklungsseminaren beteiligt und gelangen so zur erforderlichen Praxiserfahrung und schärfen ihre Beobachtungsfähigkeit bezogen auf die Lerngruppe. Damit Elemente des Seminars in der Unterrichtspraxis verlässlich Anwendung finden, ist eine Unterrichtsbeobachtung und deren Reflexion, auch mit Schülern und Eltern, erforderlich. In Elternabenden findet ein Austausch und eine Präsentation der Lernfortschritte statt.
2.4 Evaluation
Zunächst soll festgestellt werden, ob alle Klassen tatsächlich Teamentwicklungsseminare durchführen. Ist dies nicht der Fall, so werden die Gründe hinterfragt.
Am Ende des jeweiligen Seminars wird mit einfachen Reflexionsmethoden evaluiert, wie die Seminarinhalte bei den Teilnehmern "angekommen" sind.
Letztlich soll darauf geschaut werden, inwieweit die Teamentwicklungsseminare langfristig wirksam sind. Mittelfristig ist es das Ziel, den Anteil von Gruppenarbeitsphasen in den Klassen zu erhöhen. Hierzu sollen Klassen sowie die Lehrer beobachtet werden.
Aus den Ergebnissen sollen Inhalte und sekundärer Aufbau der Seminare weiterentwickelt und dem Leistungsvermögen der Schüler sowie den Bedürfnissen der Schulsituation angepasst werden. Langfristiges Ziel ist es, die Schüler zu eigenverantwortlichem Arbeiten zu befähigen.
Im Schuljahr 2008/2009 war die Akzeptanz durch die Klassenlehrer erstmals so hoch, dass in jeder Klasse der Jahrgangsstufe Sieben ein Teamentwicklungsseminar stattfand.
Begonnen haben die Teamentwicklungsseminare in dieser Form mit der Beschäftigung des Schulsozialarbeiters im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2002/2003 mit einer R 9. Davor wurde während der Unterrichtszeit an der Schule im "Team 7" an gleichen Inhalten gearbeitet (wöchentlich im Rahmen einer Doppelstunde mit einem Lehrertandem). Diese Form hat sich aber als nicht erfolgreich herausgestellt, da der personelle Einsatz und die Kontinuität aufgrund von widrigen Rahmenbedingungen nicht verlässlich zu gewährleisten waren.

Die teilnehmenden Klassen bewerten die Seminare unter mehreren Aspekten:
1. Einstellung zur Gruppenarbeit:
Zu Beginn des Seminars wird festgestellt, wie offen die Einzelnen der Klasse dem Arbeiten im Team gegenüberstehen. Die gleiche Abfrage am Ende des Seminars zeigt positive Verschiebungen in Bezug auf die Haltung gegenüber der Gruppenarbeit.

2. Bewertung mit einer Note:
Die Jugendlichen geben dem Seminar eine Gesamtnote, die in der Regel zwischen 1,8 und 2,9 liegt. Ausschlaggebend ist hierbei das Verhalten der eigenen Klasse. Klassen, in denen wenige auffällige Heranwachsende sind und in denen keine großen Probleme während des Seminars entstehen, bewerten die Seminare in der Regel mit 1,8 bis 2,4. Klassen, die während des Seminars vielen internen Problemlagen gegenüberstehen, geben meist Noten zwischen 2,5 bis 2,9.

3. Schreibgespräch:
Durch die Reflexionsmethode "Schreibgespräch" werden Meinungen zum Seminar deutlich.
Es fällt auf, dass es verhältnismäßig wenige Kommentare zu den direkten Inhalten des Seminars gibt - weder positiv noch negativ. Oft wird lediglich über die äußeren Umstände geschrieben: "Das Essen war toll, die Spiele haben Spaß gemacht ..." Aber auch: "Die Pausen waren zu kurz, der Küchendienst machte keinen Spaß, die Räumlichkeiten sind nicht ideal". Bei der Frage "Wie soll es mit der Klasse weitergehen?" zeigt sich die Resonanz auf die Wirkung des Seminars: Hier werden Wünsche geäußert, die mehr Gruppenarbeit in der Schule, mehr Zusammenhalt in der Klasse, Unternehmungen der Klasse außerhalb der Schule, mehr Ruhe während des Unterrichts, keine Streitereien und gute Schulabschlüsse fordern - Argumente, die zusammengefasst ein besseres Klassen- und Lernklima bedeuten.

4. Aufbauer:
Am letzten Seminartag schreiben die Schüler sich gegenseitig "Aufbauer" auf Rückenkärtchen ("Etwas Tolles, was ich an dir entdeckt habe"). Diese Mitteilungen, als Ausdruck der Wertschätzung und des Respekts gegenüber Mitschülern, zwingen zum positiven Blick, stärken das Selbstvertrauen und schaffen Sicherheit und eine positive Atmosphäre in der Lerngruppe. Nach unseren Erfahrungen werden sie von vielen Schülern gut aufbewahrt und helfen in Krisensituationen, einen positiven Blick auf sich selbst zu finden.

Inwieweit langfristig die gesteckten Ziele in den jeweiligen Klassen weiterverfolgt und erreicht werden, hängt in der Regel von den Möglichkeiten und der Bereitschaft der Lehrer ab, Methoden der Seminare im Unterricht weiterzuführen und sich auf veränderte Unterrichtsformen einzulassen.
Da es z.Z. noch verschiedene Ansätze zum Ablauf von Teamentwicklungsseminaren gibt, soll eine Vereinheitlichung der Inhalte und des Aufbaus geschaffen werden. Kleine Unterschiede in der Durchführung soll es lediglich zwischen Haupt- und Realschulklassen geben.

TEAMENTWICKLUNGSSEMINARE


Aufgaben der Schulleitung " Organisation der Termine; Unterstützung bei dem personellen und ggf. sächlichen Bedarf; Unterstützung bei Fortbildungsmaß-nahmen
Aufgaben der Lehrer " Organisation der Unterbringung, Zimmeraufteilung; Erstellung des Hand-Outs; Erstellung der Essenspläne sowie eines Einkaufs-, Koch- und Putzplans; Organisation des Rahmenprogramms; Durchführung und Beaufsichtigung des Seminars
Aufgaben der Schüler " Erstellung der Speisepläne sowie eines Einkaufs-, Koch- und Putzplans, Organisation des Rahmenprogramms und Zimmer- aufteilung (Verantwortungsübernahme für die Zimmergenossen durch den "Zimmerältesten"); Organisation von Fahrgemein-schaften bei An- bzw. Abreise; Einkauf der Lebensmittel
" Entwickeln bzw. Verbessern von Team-, Gruppenarbeits- und Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Selbstorganisation
Aufgaben der Eltern " Organisation von Fahrgemeinschaften bei An- bzw. Abreise; Bereitstellung der benötigten Geldmittel
Überprüfungs-modalitäten und Ergebnisse " Überprüfung, ob alle 7. Klassen an Teamentwicklungsseminaren teilgenommen haben
" Prüfen der Einstellung der Klasse gegenüber der Gruppenarbeit
" Benotung des Seminars durch die Klasse; Schreibgespräch.

3. Lesekompetenz

3.1 Vorüberlegungen und Ziele
Lesekompetenz lässt sich nicht auf den Leseprozess reduzieren, denn zum Lesen gehört ein tiefes Verständnis des Gelesenen. Lesefähigkeit ist die Voraussetzung für einen Großteil der Lebensbewältigung, denn durch das Lesen kann die Welt erschlossen und das vorhandene Wissen kann ergänzt werden. Lesekompetenz ermöglicht die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Deshalb soll den Schülern die Fähigkeit des Lesens als ein auf Kommunikation und auf die Bewältigung von Handlungssituationen angelegtes Kulturwerkzeug vermittelt und die Möglichkeit zur Erweiterung der Lesekompetenz eröffnet werden. Den Schülern muss verdeutlicht werden, dass sie in vielen Bereichen ihres Lebens auf das Lesen angewiesen sind. Da die soziale Herkunft ein wesentlicher Faktor für den Grad der Lesefähigkeit ist, bedeutet dies für das Lesekompetenztraining, dass jeder Schüler bei seinem Lesevermögen abgeholt und großer Wert auf die Binnendifferenzierung gelegt werden muss.

Zu den personalen Einflüssen zählen beim Rezipienten die soziale Herkunft, die individuelle Aktivität, die dem Lesen gewidmet wird sowie die bereits erworbene Lesekompetenz. Hinzu kommt, dass es ohne Lesemotivation nicht möglich ist, die Lesekompetenz zu erweitern. Daher ist es von Bedeutung, die Schüler zum Lesen zu motivieren und auf diesem Weg die Emotionen, die mit dem Lesen verbunden sind, zu wecken.
Ausgangspunkt für den Erwerb der Lesekompetenz sind Satz und Text, die kognitions-psychologisch verarbeitet werden. Aus diesem Grund werden im Angebot des Lesekompetenztrainings diese Elemente näher betrachtet und von ihrem Sinn her entschlüsselt. Bei Schülern, die bisher keine positiven Erfahrungen mit dem Lesen gemacht haben, muss auf unterschiedlichen Zugangswegen die Lesebereitschaft gefördert werden. Im Leseförderunterricht sollen darauf aufbauend die Schüler motiviert werden, eigenständig zu einem Buch zu greifen.

Bis dies jedoch der Fall ist, muss bei vielen Schülern erst einmal die Basis für das Lesen geschaffen werden. Hierfür bieten sich unterschiedliche Methoden, zu denen auch Konzentrationsübungen zählen, an.
Die Leseförderung an der Schrenzerschule Butzbach richtet sich mit geeignetem Lesematerial sowie besonderen Methoden des Vorgehens an Schülergruppen der Klassen 5 - 8.

3.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen
3.2.1 Leseförderung (Strategisches Ziel 2)
Zu Beginn eines jeden Schuljahres wird in den Klassen 5 - 8 an der Schrenzerschule durch die jeweiligen Deutschlehrkräfte das Salzburger Lese-Screening zur Feststellung der Lesekompetenz durchgeführt. Für alle Klassen der Jahrgangsstufe 5 - 8 sind seit dem Schuljahr 2008/09 spezielle Ordner angelegt worden, in denen die Testbögen mit entsprechender Auswertung archiviert werden. Nach anschließender Auswertung erfolgt die Rückmeldung über die zu fördernden Schüler. Grundlage für den Besuch eines Lesekompetenzkurses stellt der ermittelte Wert des Lesequotienten dar, welcher wiederum das Leseniveau bestimmt. Laut Beschluss der Fachkonferenz Deutsch werden Schüler mit einem Lesequotienten unter 89 speziell gefördert. Anhand der gemeldeten Schülerzahlen über die zu fördernden Schüler werden Lesekompetenzkurse eingerichtet. Die Kursgröße ist auf maximal 10 Schüler festgelegt, da nur in Kursen mit geringer Schülerzahl eine intensive und zielgerichtete Förderung gewährleistet sein kann. Außerdem werden jahrgangs- und schulformbezogene Kurse eingerichtet, damit auch entsprechend an den einzelnen Unterrichtsinhalten im Fach Deutsch vertiefend gearbeitet werden kann.

Innerhalb der Lesekompetenzkurse wird jeweils am Ende eines Schulhalbjahres erneut eine Testung anhand des Salzburgers Lese-Screenings durchgeführt. Sollte es zu einer signifikanten Verbesserung des Leseniveaus gekommen sein, werden die entsprechenden Schüler den Lesekompetenzkurs verlassen, was eine Beendigung der entsprechenden Fördermaßnahme für die jeweiligen Schüler darstellt. Dies wird in den Schülerakten dokumentiert.
Die Deutschlehrkräfte der Klassen 5 - 8 können jederzeit weitere förderungsbedürftige Schüler melden, welche jedoch nur bei noch freien Plätzen einen entsprechenden Lesekompetenzkurs besuchen können. Ansonsten werden die Namen dieser Schüler auf einer Warteliste notiert.
3.2.2 Lesediagnostik
Das "Salzburger Lesescreening" misst die basale Lesefertigkeit. Bei Schülern der Sek. I ist die Lesegeschwindigkeit der wichtigste Indikator zur Beurteilung der basalen Lesefertigkeit und in diesem Test der Messgegenstand.

3.2.2.1 Lesekompetenzkurse
Im 1. Halbjahr des Schuljahres 2008/09 wurden folgende Lesekompetenzkurse eingerichtet:
Jahrgangsstufe 5: 3 Kurse (hier wurde gekürzt)
Jahrgangsstufe 6: 1 Kurs
Jahrgangsstufe H/R 7: 1 Kurs
Jahrgangsstufe H/R 8: 2 Kurse (hier wurde gekürzt)

3.2.2.2 Fächerübergreifende Förderung der Lesekompetenz

Das Kollegium der Schrenzerschule vertritt die Auffassung, dass natürlich in allen Unterrichtsfächern grundlegende Lern- und Arbeitskompetenzen zur Texterschließung geübt und angewandt werden müssen. Diese teilen sich auf in Module der Informationsbeschaffung, Informationsentnahme sowie der Informationsverarbeitung und letztlich der Informationsdarstellung. Den Schülern wird fortwährend im regulären Unterricht die Möglichkeit gege-ben, sich unter Anwendung unterschiedlicher Methoden mit Texten auseinanderzusetzen.



3.2.3 Umsetzung an der Schrenzerschule Butzbach
Um die allgemeine Verbesserung der Lesekompetenz zu erreichen, sollen folgende Teilkompetenzen gefördert werden:
¢ Einen Text dekodieren und rekodieren (Blicksteuerung, Blickspanne, Blicksprung)
¢ Erweiterung der graphischen Kompetenz (Erkennen der Wortgestalt)
¢ Erweiterung der akustischen Kompetenz (Hörvermögen, Gefühl für Klang und Rhyth-mus).


3.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung
Die Lehrkräfte der Schrenzerschule benötigen an Qualifizierungsmaßnahmen und Fort-bildungen:
¢ Diagnostische Kompetenz
¢ Formulierung von angemessenen Lern- und Lehrzielen
¢ Erwerb von anforderungsadäquaten Lese- und Textverarbeitungsstrategien
¢ Fähigkeit zur Kooperation zwischen Fächern als innerschulischem Prozess der Unterrichtsentwicklung
¢ Fähigkeit zur Kooperation zwischen Familie und außerschulischen Leseorten bzw. Lesepartnern.


3.4 Evaluation
Eine Evaluation erfolgt über das Einrichten der entsprechenden Lesekompetenzkurse und das Führen einer halbjährlichen Statistik .

LESEKOMPETENZ

Aufgaben für Schulleitung " Konzepterstellung mit Fachlehrern
" Mitwirkung bei der Organisation und Durchführung
" Bereitstellung erforderlicher Ressourcen (Personal, Stunden, Sach-mittel, Räume)
Aufgaben für Lehrer " Konzepterstellung mit der Schulleitung
" Testung der Schüler (Klasse 5 bis 8) zu Beginn eines Schuljahres, Diagnose mittels Salzburger Lese-Screening, Dokumentation in den Schülerakten, Weiterleitung der Daten, Information der Erziehungsberechtigten.
" Testung zu Beginn eines Halbjahres in den bestehenden Lesekom-petenzkursen, Weiterleitung der Daten, Information der Erziehungsberechtigten, gegebenenfalls Dokumentation in der Schülerakte

" Einsatz relevanter Unterrichtsmaterialen, Einsatz unterschiedlicher Methoden ( u.a. Konzentrationsübungen, Textbearbeitungs- und Erschließungsmethoden), Motivation zum Lesen, Schaffung einer positiven Lernatmosphäre, Binnendifferenzierung,
" Koordination, Materialaustausch, Fortbildung
" Fächerübergreifende Übung und Anwendung von grundlegenden Lern- und Arbeitskompetenzen zur Texterschließung
Aufgaben für Schüler " regelmäßige Teilnahme, Motivation, eigenständiges Üben
Aufgaben für Eltern " Unterstützung der Lehrer
" häusliche Unterstützung ("Zeit zum Zuhören")
Überprüfungs-modalitäten (Evaluation) und Ergebnisse " Einrichten der entsprechenden Lesekompetenzkurse auf der Grundlage der jeweiligen Diagnose
" Führen der halbjährlichen Statistik

4. Soziales Lernen in der Schrenzerschule


Die Schule als wichtige gesellschaftliche Einrichtung ergänzt familiäre Erziehung und vermittelt Kindern und Jugendlichen neben Wissen und Fertigkeiten auch soziale Fähigkeiten. Ein Schüler verbringt durchschnittlich 15 000 Stunden in der Schule. Für die meisten Schüler ist Schule ein wichtiger sozialer Begegnungsort, an dem Freundschaften entstehen und ein breites Spektrum sozialer Verhaltensmuster erfahren wird.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Schrenzerschule das Soziale Lernen zur Aufgabe gemacht.
Das sozialpädagogische Gesamtkonzept der Schrenzerschule ist mit einem Netz vergleichbar. Die Knotenpunkte sind neben der Schrenzerexpedition, den Teamentwicklungsseminaren und der Ausbilder der Busscouts, die von schulischer Seite durchgeführt werden, die Schulsozialarbeit, das Trainingsraumkonzept, die sozialpädagogische SchuB-Klassen-Betreuung und die Streitschlichtung. Ein Interventionskonzept bei Drogenmissbrauch ist zusammen mit dem Schulpsychologischen Dienst entwickelt worden. Zudem arbeitet das Angebot der Sozialen Gruppenarbeit schulübergreifend als Hilfe zur Erziehung.
Ziel dieses Vernetzungsgedankens ist es, die Schüler im Bereich der Sozialkompetenz zu stärken bzw. bei Problemlagen aufzufangen. Je nach Fall und Maßnahme werden die Schüler in den folgenden Schlüsselkompetenzen unterstützt: Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Konfliktfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Friedfertigkeit, Empathie, Selbstbeherrschung.
Die Schulung der genannten sozialen Fähigkeiten zielt auf die Verbesserung des Schul- und Lernklimas und damit auf die Verbesserung der Lernergebnisse und der schulischen Leistungen ab.
Die Vernetzung der Sozialarbeit mit den schulischen Angeboten im Rahmen des Sozialkom-petenztrainings hat sich bewährt. Die Maßnahmen gehen teilweise ineinander über und so können ergänzende Folgemaßnahmen gefunden werden.
Fehlt nur eine dieser Komponenten, wird das soziale Netz durchlässig und Problemlagen können nicht mehr angemessen aufgefangen werden.
Deshalb ist es unerlässlich, die oben beschriebenen Maßnahmen zu erhalten und feste Stellen für Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in der Schrenzerschule zu implementieren.

4.1 Das Trainingsraumkonzept

4.1.1 Vorüberlegungen und Ziele
In unserer Schule wird das "Trainingsraum-Programm" zur Schaffung einer konstruktiven Lernatmosphäre durchgeführt. Der Bedarf der Schrenzerschule an einem Trainingsraum wurde im Rahmen einer Sozialindexerhebung, die vom Schulamt für den Hochtaunus- und den Wetteraukreis durchgeführt wurde, auf Grund von teilweise sozial schwierigen Einzugsgebieten als hoch eingeschätzt.
Die Hauptidee der Trainingsraummethode besteht darin, Schüler, die den Unterricht stören, darin zu unterstützen, über ihr Handeln verantwortlich nachzudenken. Mit Hilfe von definierten Rechten, klaren Regeln und Konsequenzen kann sachlich mit Störungen umgegangen werden. Damit soll ein möglichst störungsfreier Unterricht sowie mehr Spaß und Erfolg beim Lernen für alle Schüler einhergehen.

Unser Ziel ist es, die Kinder anzuleiten, die Rechte anderer zu respektieren und verantwortlich für sich und andere zu denken und zu handeln. Diese Fähigkeit kann auch dazu beitragen, im familiären Rahmen und in der Freizeit Probleme besser zu bewältigen.

4.1.2 Zeitplan und organisatorischer Ablauf
Am 10.11.2008 wurde das Trainingsraum-Konzept an unserer Schule eingeführt. Die Einführungsveranstaltungen wurden klassenweise durchgeführt. Gestartet wurde mit den fünften Klassen und alle weiteren Klassenstufen wurden sukzessive in das Angebot "aufgenommen", so dass das Trainingsraum-Konzept seit Mitte Februar 2009 umgesetzt ist.

Der Trainingsraum ist im Sozialhäuschen integriert, in dem weitere sozialpädagogische Maßnahmen durchgeführt werden. Für die Trainingsraumarbeit stehen zwei kleinere nebeneinander befindliche Räume zur Verfügung, so dass die Schüler zunächst in dem größeren Raum Platz nehmen können. Die eigentlichen Gespräche aber finden in dem Nebenraum statt. Der Trainingsraum ist von der ersten bis zur sechsten Stunde besetzt.
Betreut wird der Trainingsraum von einem in Gesprächsleitung geschulten Team, bestehend aus fünf Lehrern und einer Sozialarbeiterin.

Die Finanzierung des Trainingsraumes ist zunächst bis zum 10.7.2009 gesichert. Um die personelle Ausstattung darüber hinaus zu gewährleisten, muss der Bedarf der Schrenzerschule an dem Trainingsraumkonzept sowie die Effizienz ermittelt werden.

4.1.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung
Neben einem Pädagogischen Tag mit dem Schwerpunktthema "Trainingsraum" besuchten eine Planungsgruppe die Westerwaldschule, um sich ein Bild über Organisation und Durchführung des Konzeptes zu machen. Mitglieder der Trainingsraumbetreuung nahmen an einer Fortbildung zum Thema "Kooperative Gesprächsführung" teil.

Das gesamte Trainingsraumteam nimmt zudem an einer Fortbildungsreihe "Trainingsraum: Sicherung eines zielgerichteten und ungestörten Unterrichts und Weiterentwicklung von Unterrichtsqualität" teil. Diese Fortbildung wird im Rahmen von SchuB angeboten und durchgeführt.

Parallel zu den o.g. Fortbildungsveranstaltungen für die Lehrer wurden je nach einzuführenden Jahrgängen die Klassenlehrer über die Grundsätze des Konzeptes sowie das konkrete Vorgehen informiert.


4.1.4 Evaluation
Zunächst wurden die Trainingsraumbesuche mit Hilfe einer Tabellenkalkulation ausgewertet. Seit Anfang Februar ist eine eigens entwickelte Erfassungssoftware/ Datenbank im Einsatz, welche die Anzahl der Trainingsraumbesuche (pro Schüler und insgesamt) erfasst. Es wird ausgewertet, in welcher Häufigkeit Schüler aus einer Klasse oder Jahrgangsstufe den Trainingsraum aufsuchen. Die Datenbank errechnet, an welchen Tagen und in welchen Stunden der Unterricht sowie welche Fächer von trainingsraumrelevanten Störungen betroffen sind.
Inwieweit die Einrichtung des Trainingsraums auch durch seine Existenz präventiv wirkt, kann durch die Erfassung, wie oft "gelbe Karten" verteilt worden sind, erreicht werden.
Um die Zufriedenheit der Trainingsraumarbeit im Kollegium zu ermitteln, wurde eine Befragung durchgeführt. Insgesamt erfährt die Trainingsraumarbeit innerhalb des Kollegiums nach einer dreimonatigen Durchführungszeit eine sehr breite Zustimmung und führte zu einer entspannteren Unterrichtsatmosphäre.

TRAININGSRAUM


Aufgaben der Schulleitung " Bereitstellung der personellen und räumlichen Ausstattung
" Unterstützung bei Fortbildungsveranstaltungen
Aufgaben der Lehrer " Bildung eines Trainingsraumteams
" regelmäßige Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen / Fortbildung; regelmäßige Teamsitzungen
Aufgaben der Schüler " Vermittlung innerhalb der Schülervertretung
Aufgaben der Eltern " Zustimmung durch Elternbeirat und Schulkonferenz
" Kooperationsbereitschaft mit den Lehrkräften
Überprüfungs-modalitäten
(Evaluation) und Ergebnisse
" Zwischenstandserhebung bis zum 15.2.2009
" Ergebnisse einer ersten Erhebung im Lehrerkollegium zu den Auswirkungen des Trainingsraumseinsatzes
" bis 1.6.2009 folgt der Jahresbericht an das Staatliche Schulamt mit weiteren empirischen Daten.


4.2 Beratung in der Schrenzerschule

4.2.1 Vorüberlegungen und Ziele
Die Schrenzerschule sieht sich als eine Schule, die bestrebt ist, allen Schülern optimale Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Jedoch haben nicht alle unsere Schüler die gleichen Ausgangsvoraussetzungen. Daher bieten wir unseren Schülern bei Lernstörungen, bei Fragen nach der richtigen Schullaufbahn, in schwierigen Lebens- und auch Entwicklungsphasen die Möglichkeit der Beratung, der Hilfe und auch der individuellen Förderung.

4.2.2 Zeitplan und organisatorischer sowie inhaltlicher Rahmen
In den nächsten Jahren soll - aufgrund der komplexeren Problemlagen - das Beratungsnetzwerk mit außerschulischen Beratungseinrichtungen ausgebaut und die Zusammenarbeit mit diesen intensiviert werden. Weitere Multiplikatoren sind wünschenswert. Deshalb sollen auch verstärkt Lehrer bei der Beratung eingesetzt werden. Auf diese Weise sammeln Lehrkräfte Erfahrungen in der Gesprächsführung und in der Motivation. Ansprechpartner mit unterschiedlichen Beratungsschwerpunkten und Aufgaben sind innerschulisch die Klassen- Fach-, Beratungs- und Vertrauenslehrer sowie die Streitschlichter und Sozialarbeiter. Von außerschulischer Seite sind die Erziehungs- und Familienberatung, das Jugendamt, der schulpsychologische Dienst sowie freie Beratungsstellen einzubeziehen. Geeignete Räumlichkeiten sind im Sozialhäuschen vorhanden.
Langfristig sollen zwei Schulsozialarbeiterstellen mit 100% Beschäftigungsumfang (eine weibliche, eine männliche Fachkraft) für die Schüler (exklusive der SchuB-Klassenbetreuung) installiert werden. Folgende Beratungen werden an der Schrenzerschule durchgeführt:
Schullaufbahnberatung
Mit Beginn der Förderstufe wird den Schülern sowie deren Eltern die Möglichkeit einer Schullaufbahnberatung angeboten. Spätestens im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 6 greifen die Eltern sehr gerne auf diese Möglichkeit zurück.
Beratung in Krisensituationen
Schüler suchen diese Möglichkeit der Beratung, wenn
" sie sich von Mitschülern bedroht oder gemobbt fühlen,
" es um Pubertäts- oder Lebenskrisen geht,
" sie mit Lehrkräften Probleme haben,
" sie sich von Eltern und Lehrern unverstanden fühlen,
" es im Elternhaus zu Gewalt, Missbrauch oder Trennungen kommt.

Eltern suchen diese Möglichkeit der Beratung, wenn
" ihr Kind Lernstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten zeigt,
" ihr Kind Probleme mit Lehrkräften hat,
" sie sich von einer Lehrkraft unverstanden fühlen,
" sie in einem geschützten Raum ihre persönlichen Probleme erzählen wollen,
" sie Erziehungsfragen erörtern wollen,
" Adressen von Therapeuten, Erziehungsberatungsstellen etc. benötigen.

Beratung bei ADS / ADHS
Eltern sowie Lehrkräfte suchen diese Möglichkeit der Beratung, wenn sie sich bei Schülern mit ADS/ADHS überfordert sehen. Hier werden ihnen Hilfen, wie z.B. bei der Planung und Gestaltung des Unterrichts, des Lernens und der Organisation der Hausaufgaben geboten.
Hierzu sind auch Unterrichtshospitationen und die Teilnahme an Klassenkonferenzen notwendig.
Drogen- und Suchtberatung
Die Drogen- und Suchtberatung für Schüler findet in einem für sie geschützten "Schulraum" statt. Die Beratung läuft nach den Inhalten eines Interventionskonzepts, das die Schule sich speziell hierfür erarbeitet hat.


4.2.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung
Die Sozialarbeiter sind über ihr abgeschlossenes Studium qualifiziert, Beratungen durchzuführen. Die Streitschlichter werden durch den Schulsozialarbeiter ausgebildet. Klassen- und Fachlehrer können, Vertrauens- und Beratungslehrer sollen sich im Rahmen von Fortbildung, die die Schulleitung unterstützt, entsprechend fortbilden. Meist bringen die Vertrauens- und Beratungslehrer Vorkenntnisse mit.

4.2.4 Evaluation
Über Beratungsgespräche wird in der Regel Protokoll geführt. Der Schulsozialarbeiter führt zudem noch Statistiken in anonymisierter Form, die dem Schulleiter zu Beginn eines Kalenderjahres vorgelegt werden. Zudem wertet er seine Tätigkeiten im Jahresbericht aus.

Da Beratung auf Freiwilligkeit baut, liegt das Erreichen verhandelter Ziele in der Verantwortung der zu Beratenden.

BERATUNG AN DER SCHRENZERSCHULE

Aufgaben der Schulleitung " Unterstützung bei personellem und ggf. sächlichem Bedarf sowie bei Fortbildungsmaßnahmen
" Bereitstellung von Räumlichkeiten
Aufgaben der Lehrer " Schaffen eines Wohlfühlklimas im Beratungsraum; Durchfüh-rung von Beratung; Protokollieren des Gesprächsverlaufs; Teilnahme an Aus- und Fortbildungen
Aufgaben der Schüler " Mut fassen, Beratung zu suchen; Teilnehmen an Beratung; versuchen, die vereinbarten Beratungsziele zu erreichen; Verbesserung der zur Beratung führenden Situation.
Aufgaben der Eltern " Mut fassen, Beratung zu suchen; Teilnehmen an Beratung; versuchen, die vereinbarten Beratungsziele zu erreichen; Verbesserung der zur Beratung führenden Situation
Überprüfungs-modalitäten (Evaluation) und Ergebnisse " Protokolle; Nachfragen bei den Beratenden, ob Vereinbarungen eingehalten wurden/werden konnten; Führen und Auswerten von Statistiken von Beratungen mit dem Schulsozialarbeiter.


5. Verantwortungsübernahme durch Schüler

5.1 Vorüberlegungen und Ziele
Die Schrenzerschule sieht sich als eine Schule, die bestrebt ist, allen Schülern optimale Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Neben dem traditionellen schulischen Lernen und den im Schulprogramm festgelegten Elementen, wie z. B. Methodentraining, Teamentwicklung und der Schrenzerexpedition, versucht die Schule der egomanen Gesellschaftsentwicklung ein Stück weit entgegenzuwirken, indem sie - auf Freiwilligkeit beruhend - Verantwortungsübernahme von Schülern in verschiedenen Bereichen fördert. So können sich die Heranwachsenden als Bus-Scouts, Streitschlichter, Umweltbeauftragte, Schulsanitäter und Assistenten für Teamentwicklungsseminare ausbilden lassen. Nach der Ausbildung übernehmen die Absolventen Verantwortung in den einzelnen Bereichen, stärken ihre eigene Methodenkompetenz und tragen zur Verbesserung des Schulklimas bei. Die Freiwilligen entlasten so das Schulpersonal und finden Anerkennung in ihrem Aufgabengebiet.

5.1.1 Bus-Scouts

Training der Bus-Scouts: Reale Übungssituation im Bus
Seit dem Schuljahr 2007/08 üben an der Schrenzerschule verantwortungsbewusste Schüler die Tätigkeit eines Busscouts aus. Schüler der 8., 9. und 10. Klasse helfen durch ein gemeinsames und entschiedenes Auftreten vor und in den Bussen das Gefahrenpotenzial beim Ein- und Aussteigen zu minimieren sowie Konflikte während der Busfahrt zu vermeiden oder zu entschärfen.
Zu Beginn des Schuljahres lernen die Schüler in einer von der Verkehrswacht Hessen oder der Polizei geleiteten Schulung, wie sie andere durch Gespräche überzeu-gen, wie sie brenzliche Situationen erkennen und richtig einschätzen können und wie sie vor anderen Mitschülern selbstbewusst auftreten und ihre Meinung
vertreten. Busscouts sollen sich vorbildlich verhalten, indem sie sich freundlich und bestimmt für die Rechte Aller einsetzen. Sollten sich Schüler einer friedlichen Konfliktlösung widersetzen, meldet der Schüler dies an einen Lehrer weiter.
Die Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht, der Polizei und dem Busunternehmen soll intensiviert werden. In diesem Zusammenhang soll auch die Schulung der Schüler verbessert werden.

5.1.2 Streitschlichter
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Das Aufgabengebiet der Mediatoren liegt vor allem in der Vermittlung bei Streitigkeiten zwischen Schülern oder auch zwischen Schülern und Lehrern. Die ausgebildeten Schüler übernehmen dabei nicht die Rolle von Richtern, die über Schuld und Unschuld entscheiden und am Ende ein Urteil sprechen. Vielmehr moderieren die Streitschlichter mit diversen Methoden und unter Auflage spezieller Regeln zwischen den Streitparteien, damit diese sich wieder zuhören und vernünftig miteinander reden können. Die Streitparteien selbst sollen dazu angeregt werden, gemeinsam eine Lösung für ihr Problem zu finden und eine "Win-Win"-Situation zu schaffen.
Die Ausbildung erfolgt entweder im Block (vier Tage) oder wöchentlich zweistündig im Rahmen des AG-Unterrichts. Ein geeigneter Schlichtungsraum steht den Mediatoren im Sozialhäuschen der Schrenzerschule zur Verfügung, in dem auch der Schulsozialarbeiter den Streitschlichtern zur Seite stehen kann, sollte die Fälle doch zu komplex sein.
Da sich die Streitenden selbst ihre Mediatoren aussuchen und ebenso wählen, ob Streitschlichter, Lehrer oder die Sozialarbeiter zur Lösung beitragen sollen, sind die Streitschlichter in dem Moment, in dem sie von den Streitparteien ausgesucht wurden, auch respektiert. In der Regel reicht ein Schlichtungsgespräch aus, um den Streit zu klären, wobei immer ein weiterer Termin vereinbart wird, der zur Kontrolle der Zielerreichung dient.

5.1.3 Umweltbeauftragte
Jede Klasse wählt einen Umweltbeauftragten, der in einem eintägigen Seminar an der Schule ausgebildet wird.
Ziele sind das Bewusstwerden, warum wir in Deutschland Müll trennen und wie wichtig das Recyclen von Rohstoffen für uns und unsere Nachkommen ist sowie Aspekte der Müllvermeidung und des richtigen Trennens von Müllsorten. Hierbei geht es nicht nur um die Abfälle, die in Schulen, sondern auch zu Hause anfallen (z. B. Sondermüll) und wie die Entsorgung fachgerecht vorgenommen wird.
Der Umweltbeauftragte bringt sein Wissen in die Klasse. Er ist mit dem Klassenlehrer dafür verantwortlich, dass der Abfall ordnungsgemäß sortiert und entsorgt werden kann und unterstützt seine Klassenkameraden bei der Umsetzung.



5.1.4 Schulsanitäter
Die Schulsanitäter, die in Erste-Hilfe-Kursen ausgebildet werden, nehmen in den Pausen im Notfall ihren Dienst auf. Fachgerecht vollziehen sie die Notfallversorgung als Laienhelfer ggf. so lange, bis Fachpersonal den Fall übernimmt. Ihnen steht ein Erste-Hilfe-Raum zur Verfügung.
Die Schrenzerschule verfügt zurzeit nicht über den Schulsanitätsdienst, ist aber bemüht, zeitnah die Voraussetzungen dafür zu schaffen und einen Schulsanitätsdienst einzurichten.


5.1.5 Assistenten für Teamentwicklungsseminare
Bei den viertägigen Teamentwicklungsseminaren fehlt gelegentlich zur Aufsichtsführung das gegengeschlechtliche Personal. In Absprache mit der Klassenleitung wirken dann geeignete ältere Schüler mit. Sie übernehmen als Assistenten die Verantwortung gegenüber ihren jüngeren Mitschülern, indem sie diese bei der Erfüllung ihrer Pflichten unterstützen und sie beaufsichtigen. Hierbei zeigen sie sich sehr verantwortungsbewusst und werden von den Siebtklässlern akzeptiert. So bilden sie eine ideale Brücke zwischen den Kindern und den Erwachsenen.

5.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen
Der Tätigkeitszeitraum der Bus-Scouts, der Streitschlichter, der Schulsanitäter, der Umwelt-beauftragten und der Assistenten für Teamentwicklungsseminare ist in der Regel auf zwei Jahre angelegt.
In allen Bereichen stellt die Schulleitung Ausbildungszeit, Material und Räumlichkeiten sowie die Rahmenbedingungen für die Ausführenden und die Lehrkräfte zur Verfügung. Anfallende Aus- und Fortbildungskosten werden zu minimieren versucht, so dass die Absolventen lediglich ihre Verpflegung übernehmen müssen.
Die Lehrkräfte der Schüler bringen Verständnis für die gebotenen Dienstleistungen auf. Bei den Assistenten für Teamentwicklungsseminare wird die Hin- und Rückfahrt in der Regel von der Klassenleitung der teilnehmenden 7. Klasse organisiert.
Die Schüler selbst haben vor allem Einbußen in ihrer Freizeit, während die Eltern entstehende Verpflegungskosten übernehmen und teilweise Fahrdienste organisieren.

5.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung
Als Multiplikatoren stehen für die Bus-Scouts und die Schulsanitäter Lehrkräfte zur Verfügung, für die Streitschlichter und Umweltbeauftragten ist die Schulsozialarbeit zuständig. Die Multiplikatoren nehmen selbst an den Ausbildungen teil und unterstützen die Ausbilder sowie die Absolventen. Die Assistenten für Teamentwicklungsseminare werden nicht ausgebildet. Für sie ist die Leitung der Teamentwicklungsseminare verantwortlich. Die Aus- und Fortbildung der Schüler wird durch Dritte übernommen, kann aber auch intern durch die Schule erfolgen.

5.4 Evaluation
In unregelmäßigen Abständen finden Treffen der Schüler mit den Multiplikatoren statt. Hier wird erörtert, inwieweit Erfolge zu verzeichnen sind bzw. wo Handlungsnotwendigkeiten bestehen. Auch Erfahrungsaustausche mit anderen Schulen sind möglich. Sind alle beschriebenen Bereiche nach Bedarf abgedeckt und arbeiten Schüler selbstständig, kann dies als Erfolg gewertet werden.

Busscouts besprechen eventuelle Probleme und Vorfälle. Darüber hinaus findet jedes Jahr ein Busscout-Wettbewerb statt, an dem in den vergangenen zwei Jahren Schüler der Schrenzerschule erfolgreich teilgenommen haben.
Die Leistungen im Bereich der Verantwortungsübernahme sind quantitativ nur eingeschränkt zu evaluieren. Allenfalls die Anzahl der sich freiwillig meldenden Schüler lässt sich angeben. In qualitativer Hinsicht ist eine Schülerbefragung zum Umfang der störenden Einflüsse oder Gewaltaktionen während der Busfahrt vorstellbar. Es können auch von den Busscouts gemeldete Vorfälle dokumentiert werden oder nach Ablauf eines Jahres können Busfahrer befragt werden, ob sich die Beförderungssituation gebessert hat. Da in den Bussen immer Schüler unterschiedlicher Schulen mitfahren, wird es schwierig sein, die Wirkung der eigenen Bus-Scouts auf Verhaltensweisen von Schülern während der Busfahrt zu messen.

VERANTWORTUNGSÜBERNAHME DURCH SCHÜLER

Aufgaben der Schulleitung " Unterstützung bei personellem und ggf. sächlichem Bedarf; Unterstützung bei Fortbildungsmaßnahmen " Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten und ggf. Finanzmittel
Aufgaben der Lehrer " Unterstützung der Schüler nach Bedarf, evtl. Teilnahme an Aus- und Fortbildungen " ggf. Organisation von Fahrdiensten
Aufgaben der Schüler " Teilnahme an Aus- und Fortbildung
Aufgaben der Eltern " Übernahme der Verpflegungskosten bei Aus- und Fortbildungsmaßnahmen " ggf. Fahrdienst leisten
Überprüfungs-modalitäten (Evaluation) und Ergebnisse " Grad der Selbstständigkeit der Schüler bei der Durch-führung der verschiedenen Aufgaben " Treffen der Multiplikatoren und Schüler zum Erfahrungs-austausch, Erarbeitung von Bedarfen.

6. Außerschulische Lernorte


6.1 Lernorte im naturwissenschaftlichen Bereich


6.1.1 Vorüberlegungen und Ziele

Die Möglichkeiten der Veranschaulichung von Unterrichtsinhalten im naturwissenschaftlichen Unterricht sind immer begrenzt. Eine wichtige Unterstützung stellen hier außerschulische Lernorte dar, die zu einer stärkeren Veranschaulichung beitragen. Dazu gehören vor allem geeignete Museen (z.B. das Mathematikum in Gießen oder das Senckenberg Museum in Frankfurt) oder auch speziell eingerichtete Schülerlabors an naturwissenschaftlichen Instituten oder Einrichtungen (z.B. Liebig-LAB der Uni Gießen oder das Schülerlabor der GSI in Darmstadt). Da vor allem die Termine in den Schülerlaboren von den Schulen sehr begehrt sind, ist eine Verankerung der Fahrten im Rahmen des Schulprogramms von großer Bedeutung. Das Schülerlabor der GSI stellt dabei die einmalige Gelegenheit dar, Unterrichtsinhalte aus Physik und Chemie zu vertiefen. Den Schülern werden dort im Hinblick auf Ausstattung und Art der Experimente Möglichkeiten geboten, die an der Schule nicht erreichbar sind. Darüber hinaus wird den Schülern bei diesem Besuch neben einem Einblick in ein Institut der weltweiten Spitzenforschung zumindest für einen Tag das Gefühl vermittelt "Ich gehöre dazu!". Vergleichbar wäre das vielleicht im Sportunterricht mit der Teilnahme einer Klasse am Training der Fußballnationalmannschaft.



6.1.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen

Seit einigen Jahren finden mit den Abschlussklassen der Realschulen regelmäßig Fahrten zum Schülerlabor der GSI in Darmstadt statt. Wegen des fachdidaktischen und pädagogischen Werts wird sich der Fachbereich Natur-wissenschaften auch weiterhin darum bemühen, für alle Abschlussklassen der Realschule Termine im Schülerlabor der GSI in Darmstadt zu bekommen. Die Besuche finden in der Regel vor oder nach den Osterferien statt.





6.1.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung

Da zur Zeit im Wesentlichen nur zwei Kollegen mit dem Besuch des Schülerlabors der GSI und deren Organisation vertraut sind, scheint es sinnvoll, den Kreis zu erweitern. Die GSI bietet dazu zwischenzeitlich regelmäßig Fortbildungen an. Aufgrund der enormen Bedeutung der Naturwissenschaften in unserem täglichen Leben scheint auch der Besuch solcher Fortbildungsveranstaltungen von Kollegen außerhalb des Fachbereichs Naturwissenschaften sinnvoll. Diese können dann ebenfalls Schülergruppen bei Besuchen des Schülerlabors begleiten.

6.1.4 Evaluation

Hier scheinen zwei Fragen von Bedeutung: 1. Wie viele Abschlussklassen der Realschule haben das Schülerlabor der GSI besucht? 2. Wie viele Kollegen haben eine Fortbildungsveranstaltung der GSI besucht? Interessant sind hier vor allem auch die Zahlen der Kollegen aus nicht natur- wissenschaftlichen Fachbereichen.

AUSSERSCHULISCHE NATURWISSENSCHAFTLICHE LERNORTE
Aufgaben der Schulleitung
" Unterstützung bei der Planung der Fahrten
" Unterstützung durch personelle Ressourcen
" Anregung zum Besuch von Fortbildungen im Kollegium Aufgaben der Lehrer
" Vereinbarung von Terminen
" Vorbereitung des Besuchs im Unterricht
" Fachkompetente Begleitung von Schülern
Aufgaben der Schüler
" Bereitschaft zur Teilnahme
" Aufgeschlossenheit gegenüber naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozessen
Aufgaben der Eltern
" Finanzielle und ideelle Unterstützung des Besuchs
Überprüfungs- modalitäten und Ergebnisse
" Regelmäßiger Besuch der Schülerlabors
" Ermittlung der Schülerzahlen, die einen Beruf im naturwissenschaftlichen Bereich anstreben

Zukunftsaspekt

In Zukunft kann der Besuch solcher außerschulischen Lernorte im naturwissenschaftlichen Bereich in den unterschiedlichsten Disziplinen ausgeweitet werden. Dabei sollte es nicht Ziel sein, dass dann jeder Schüler alle Orte besucht. Vielmehr können die Schüler aus dem breiten Angebot die Dinge heraussuchen, die am besten zu ihren Neigungen und ihrer persönlichen Planung passen. Dies setzt eine Kooperation mit der Schulleitung voraus.

6.2 Lernorte im historisch-politischen Bereich

6.2.1 Vorüberlegungen und Ziele

Vorüberlegungen

Als die Schrenzerschule im Jahr 2002 Schule mit Ganztagsangebot wurde, suchte man auch nach AGs, die nicht im künstlerisch-sportlichen Bereich liegen. So entstand u.a. die Idee der Geschichtsreisen-AG, die sich bis heute gehalten hat. Die erste Schülergruppe bereitete die Studienfahrten der Abschlussklassen nach Buchenwald vor, indem sie eine mediengestützte Informationsveranstaltung über das ehemalige KZ Buchenwald durchführte und anschließend die Schulklassen auch bei der Besichtigung vor Ort begleitete. Der pädagogische Gedanke, dass Schüler von und mit Schülern gemeinsam lernen, erwies sich als sehr wirkungsvoll und ist übrigens für diese AG bis heute erhalten geblieben. In den folgenden Jahren begleitete die Geschichtsreisen - AG regelmäßig die Studienfahrten der Schrenzerschule nach Buchenwald und Weimar.




Allerdings zeigte sich die Schwierigkeit, dass die AG-Arbeit immer wieder von vorne anfangen musste, da die Schüler der 10. Klassen am Ende des Schuljahres die Schrenzerschule verlassen.
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Ziele

Die aktuellen Aktivitäten der Rechtsradikalen in Butzbach und Umgebung machten deutlich, dass die intensive Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte auch eine wichtige Aufgabe für die Schrenzerschule ist.

" Die Geschichtsreisen-AG soll mit Schülern der Jahrgangsstufe 9 beginnen.
" Die Geschichtsreisen-AG soll Reisen zu Orten der Gegenwartsgeschichte im In- und Ausland planen und durchführen.
" Sie soll die gewonnenen Kenntnisse und Eindrücke im Rahmen von öffentlichen (Gedenk-) Veranstaltungen präsentieren.
" Sie soll in geeigneter Weise in der Presse und anderen Publikationsorganen berichten. " Die Schüler sollen erfahren, dass der Weg hinaus aus der Schule zu anderen Lernorten, die aktive Auseinandersetzung und das konkrete Handeln hochmotivierend ist, zu außergewöhnlichen Lernerfahrungen und -erfolgen führt, aber im Ergebnis auch spürbare Wirkungen bei den Rezipienten hinterlassen kann.
" Hierdurch sollen die interkulturelle Kompetenz und die Kommunikation zwischen den Generationen gefördert werden.

6.2.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen

Die Arbeit wird mit geschichtsinteressierten Schülern aus der Jahrgangsstufe 9 begonnen. Im halbjährlichen AG-Pro-gramm der Schrenzerschule wird die zweistündige "Geschichtsreisen-AG" regel-mäßig angeboten und inten-siv beworben. Die Gesamt-planung bezieht sich immer auf zwei Schuljahre mit Schülern der Jahrgangs-stufen 9 und 10. Spätestens nach 1 ½ Jahren findet eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse statt.

In den Vorbereitungsphasen kann die Arbeitszeit in Form der Projektarbeit gebündelt und ausgeweitet werden. Die Themen der AG-Arbeit beziehen sich auf das Curriculum für Geschichte und für Politik und Wirtschaft. Außerdem bereitet die Geschichtsreisen-AG die Fahrten der Abschlussklassen zu Gedenkstätten vor und begleitet sie vor Ort.

6.2.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung

Die verantwortlichen Lehrkräfte besuchen Fortbildungsveranstaltungen, etwa von der Landeszentrale für politische Bildung. Sie organisieren Vorfahrten zu historischen Stätten und nutzen die Fortbildungsangebote vor Ort. 6.2.4 Evaluation Gradmesser für den Erfolg des Konzepts ist die Teilnehmerzahl an der AG, die Kontinuität ihrer Arbeit und die Rekrutierung weiterer Schülerinnen und Schüler bei den halbjährlichen Ausschreibungen des AG-Angebots sowie die verlässliche Vorbereitung und Betreuung von Fahrten der Abschlussklassen zu Gedenkstätten. Die inhaltliche Zielerreichung wird an den Veröffentlichungen zur Arbeit der Geschichtsreisen-AG und an deren Qualität gemessen. Befragungen unter Rezipienten und den Mitgliedern der AG können die Wirkung der Arbeit erfassen.

BESUCH VON HISTORISCH-POLITISCHEN LERNORTEN

Aufgaben der Schulleitung
" Bereitstellung der personellen Ressourcen
" Unterstützung bei Kontakten
" Unterstützung bei der Beschaffung von Fördermitteln
Aufgaben der Lehrer
" Inhaltliche Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Exkur-sionen
" Begleitung der Exkursionen
Aufgaben der Schüler
" Dokumentation der Exkursionen
" Nacharbeit im Unterricht
" Vorträge vor anderen Schülern über die Exkursionen
Aufgaben der Eltern
" Ideelle und finanzielle Unterstützung der Vorhaben
Überprüfungsmodalitäten
(Evaluation) und Ergebnisse
" Regelmäßigkeit der durchgeführten Exkursionen
" Dokumentation der Ergebnisse
" Presseberichte
" Befragung von teilnehmenden Schülern (Wirkungs-analyse)
" Ggfs. Befragung von Besuchern der Präsentationen

7. Internationale Öffnung von Schule


1 Vorüberlegungen und Ziele

Im Mai 2008 fand bereits zum dritten Mal der Schüleraustausch zwischen der Schrenzerschule und der türkischen Grund- und Mittelschule in Kalkan an der türkischen Ägäis statt. Dieser Austausch wurde 2005 durch Carlo Schulz, Vertreter des Vereins "Verantwortung statt Gewalt e.V." in Weilburg in Zusammenarbeit mit der Schrenzerschule Butzbach ins Leben gerufen und finanziell unterstützt. Die sehr positiven Erfahrungen mit dem deutsch-türkischen Schüleraustausch waren Anlass, weiteren Bestrebungen nach europäischen Schulpartnerschaften im Rahmen von EU-Projekten nachzugehen.


Auf europäischer Ebene steht der Begriff "Comenius" als ein Unterpunkt für das Programm "Lebenslanges Lernen", das 2007 innerhalb der Europäischen Gemeinschaft gestartet wurde.


Das Programm für lebenslanges Lernen

" leistet u.a. einen Beitrag zur Entwicklung hochwertiger und innovativer Angebote für lebenslanges Lernen, zur Förderung hoher Leistungsstandards sowie zur europäischen Dimension im Bildungswesen; " sensibilisiert für den Beitrag des lebenslangen Lernens zum sozialen Zusammenhalt, zur aktiven Bürgerschaft, zum interkulturellen Dialog, zur Gleichstellung der Geschlechter und zur persönlichen Entfaltung;
" fördert das Sprachenlernen und die sprachliche Vielfalt in Europa;
" ermöglicht den Austausch über Beispiele guter Praxis im Bildungswesen und trägt so dazu bei, die Qualität der allgemeinen und beruflichen Bildung zu sichern.

Wie die Vorgängerprogramme Sokrates, Leonardo da Vinci u.a. soll das Programm für lebenslanges Lernen, neben anderen Zielsetzungen, Zusammenarbeit und Mobilität fördern und die europäische Dimension im Bildungswesen stärken. Comenius ist auf Schulbildung ausgerichtet und verfolgt zwei Grundziele: Entwicklung von Kenntnis und Verständnis der Vielfalt der europäischen Kulturen und Sprachen sowie Unterstützung junger Menschen beim Erwerb der lebensnotwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen für ihre persönliche Entfaltung und künftigen Beschäftigungschancen im Rahmen einer "aktiven europäischen Bürger-schaft".


"Lebenslanges Lernen" unterstützt konkret verschiedene Arten von Aktivitäten:

" Comenius Schulpartnerschaften
: Damit wird die Zusammenarbeit zwischen allen Einrichtungen der allgemeinen, beruflichen und technischen Bildung gefördert.
" Comenius berufsbegleitende Fortbildung: Mit dieser Maßnahme wird dem Personal im Bereich der Schulbildung die Teilnahme an Weiterbildungsaktivitäten in anderen europäischen Ländern ermöglicht.
" Comenius Assistenzzeiten sollen angehenden Lehrern die Möglichkeit geben, an einer Schule eines anderen europäischen Landes zu assistieren.
" Multilaterale Comenius Projekte dienen der Entwicklung, Förderung und Verbreitung bewährter Verfahren im Bildungswesen einschließlich neuer Lehrme-thoden und -materialien.
Comenius Netzwerke streben die Bildung von Netzwerken zwischen Projekten und Einrichtungen an, die an anderen Comenius-Aktivitäten beteiligt sind oder waren. Außerdem dienen sie der thematischen und inhaltlichen Unterstützung multilateraler Projekte und Comenius-Schulpartnerschaften.

Parallel zu dem o.g. multilateralen Comenius-Projekt verfolgt die Schrenzerschule noch die Zusammenarbeit mit einer schwedischen Schule (Arbeitssprache Englisch) sowie einer französischen Schule in St Just en Chaussée. Bei diesen Projekten steht der Wunsch nach Verbesserung der sprachlichen Kompetenz im Vordergrund, ohne dabei den kulturellen Gewinn für die Schüler zu vernachlässigen. Für unsere Schüler eröffnet sich dabei grundsätzlich die Möglichkeit, ein europäisches Land aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen und einen neuen Zugang zu unseren europäischen Mitbürgern zu bekommen.

7.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen
Für den Projektzeitraum August 2009 bis Juni 2011 bewirbt sich die Schrenzerschule aktuell um die Teilnahme an einem multilateralen Projekt.

Die geplanten Partnerschulen kommen aus der Türkei, Italien und Spanien.

Der Projekttitel lautet: "You are very close to me". Folgende Ziele wurden formuliert:
Die Schüler sollen ihr Bewusstsein für die europäische Kultur stärken und durch konkrete Begegnungen mit den Traditionen verschiedener europäischer Länder interkulturelle Erfahrungen sammeln.
Außerdem sollen die Schüler mit verschiedenen europäischen Sprachen konfrontiert werden und dabei erfahren, dass die gemeinsame Projektsprache Englisch als 'lingua franca' fungiert.

Aktivitäten:

In der ersten Phase des Projekts arbeiten die Schüler im eigenen Land. Sie recherchieren über ihre Kultur, indem sie z.B. die eigene Familie befragen und sich verstärkt mit ihrem Ort, ihrer Region und ihrem Land beschäftigen.
Im Rahmen der Besuche bei den Partnern erhalten Schüler und Lehrer die Möglichkeit sich auszutauschen und die jeweils andere Kultur konkret zu erleben und kennen zu lernen. Jede Partnerschule hat die Möglichkeit, sich als Gastgeber zu präsentieren.
Nach den Besuchen werden die gesammelten Eindrücke, Erfahrungen und Materialien im Heimatland aufgearbeitet und zu einem gemeinsamen Endprodukt (europäisches "guidebook" und gemeinsame Website) zusammengestellt.
Die Kommunikation und Zusammenarbeit erfolgt hauptsächlich per E-Mail.

Produkte:

Im Rahmen des Projekts sollen ein gemeinsames europäisches guidebook sowie eine gemeinsame Website erstellt werden. Das guidebook wird in den Kommunen der teilnehmenden Schulen verteilt.

7.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung

Die teilnehmenden Lehrkräfte nahmen an den Comenius - Fortbildungsveranstaltungen teil, und führten Vorbesprechungen auf der didacta 2009 in Hannover durch.
Weitere Qualifizierungsmaßnahmen und "vorbereitende Besuche" zum Aufbau der Schul-partnerschaften sind geplant und Bestandteil des Gesamtprogramms.


7.4 Evaluation

Eine gegenseitige Überprüfung der Gruppenarbeit soll durch regelmäßige Berichterstattung an die Partnergruppen per E-Mail stattfinden.
Weitere konkrete Evaluierungsmaßnahmen werden im Rahmen der gemeinsamen Treffen besprochen und festgelegt. Vorstellbar sind Fragebögen zur Einschätzung der Auswirkung auf die teilnehmenden Schüler.
Es werden regelmäßig Teambesprechungen der teilnehmenden Lehrkräfte stattfinden.
Eine Plakatwand wird über den aktuellen Stand der Projektergebnisse informieren; darüber hinaus wird es Presseberichte geben.
Es wird untersucht werden, auf welche Resonanz die Endprodukte (guidebook und Website) in den (Schul-) Gemeinden stoßen.



INTERNATIONALE ÖFFNUNG VON SCHULE
Aufgaben der Schulleitung
Bereitstellung der personellen sowie räumlichen und technischen Ausstattung zwecks internationaler Kontakte (Class to class letters /e-mails, Internetzugang)
Aufgaben der Lehrer
Teilnahme an Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen; Bildung eines Austauschteams
Leitung der Comenius-AG im Ganztagsangebot der Schrenzerschule
Aufbau internationaler Kontakte mittels Comenius-Projekten und Entwicklung von Schulpartnerschaften durch vorbereitende Besuche (preperation visits)
Aufgaben der Schüler
" Teilnahme an den Projekten im Rahmen einer Comenius-AG an der Schrenzerschule; Themenschwerpunkte werden lokal erarbeitet und zusammen mit den internationalen Partnern abgestimmt
Aufgaben der Eltern
" Die Eltern nehmen Austauschschüler auf und unterstützen mittelbar die Projekte ihrer Kinder
Überprüfungsmodalitäten
(Evaluation) und Ergebnisse
" Eine gegenseitige Überprüfung der Gruppenarbeit wird durch regelmäßige Berichte an die Partnergruppen per E-Mail stattfinden.
" Weitere konkrete Evaluierungsmaßnahmen werden im Rahmen der gemeinsamen Treffen besprochen und festgelegt. Vorstellbar sind Fragebögen zur Einschätzung der Auswirkung auf die teilnehmenden Schüler. Es werden regelmäßig Teambesprechungen der teilnehmen-den Lehrkräfte stattfinden. Eine Plakatwand wird über den aktuellen Stand der Projektergebnisse informieren; darüber hinaus wird es Presseberichte geben.

8. Ganztagsangebote

8.1 Vorüberlegungen und Ziele
Mit Ganztagsangeboten sollen unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen ausgeglichen werden, wobei nicht nur benachteiligte Kinder und Jugendliche Betreuung, Förderung, Beratung und unterschiedliche Angebote aus den Bereichen Sport, Kultur, Handwerk, Naturwissenschaften und Informations- und Kommunikationstechnik erhalten.

In den Arbeitsgemeinschaften ist ein stressärmeres und effizienteres Arbeiten möglich, da hier motivierte und interessierte Schüler zusammengeführt werden. Dabei sollen alle Schüler der Schule mit den schulform- und jahrgangsübergreifenden Angeboten angesprochen werden.

In der Hausaufgabenhilfe sollen Kinder aus den Klassen 5-7 Unterstützung bei den Hausaufgaben erhalten und, soweit möglich, individuell gefördert werden.

Ganztagsangebote können der zunehmenden Schulunlust entgegenwirken und tragen dazu bei, dass Schule wieder Spaß macht. Soziale Verhaltensweisen und demokratische Lebensformen sollen in einem erweiterten Erfahrungsfeld ausprobiert und praktiziert werden.

Außerdem helfen Ganztagsangebote, Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung aufzuzeigen und weiterzuentwickeln.

Dadurch ergeben sich für die Schüler folgende positive Effekte:

" eine stärkere Identifikation mit Schule,
" die Förderung des selbstständigen und verantwortungsbewussten Handelns in Schule und Gesellschaft,
" der verantwortungsbewusste Umgang mit der eigenen Person,
" die Übernahme sozialer Verantwortung,
" die Chance, Mitschüler und Betreuer in anderen Situationen zu erfahren,
" die Entwicklung von Toleranz, Akzeptanz und Integration.

8.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen
Die Mittagspause geht von 13:00 Uhr bis 13:45 Uhr. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, im Bistro und im angrenzenden Kunstraum ein warmes Mittagessen zu sich zu nehmen. Das Mittagessen kann einen Tag im Voraus bestellt werden. Caterer ist die FAB GmbH. Das Mittagessen kostet 3,80 €. Im Spieleraum kann man sich Spiele und Bälle für den Pausenhof ausleihen. Die Turnhalle und das Multimediacenter sind geöffnet. Die Bibliothek ist an zwei Tagen der Woche bis 15:15 Uhr geöffnet, hier kann man lesen, am PC recherchieren oder Spiele spielen.


An jedem Nachmittag der Woche sollen Arbeitsgemeinschaften für alle Schüler der Jahrgangsstufe 5-10 angeboten werden. Am Ende eines Schuljahres werden die Lehrer befragt, welche Arbeitsgemeinschaft sie im kommenden Schulhalbjahr anbieten wollen. Schüler kommen mit Wünschen für eine AG zu der Organisatorin des Nachmittagsangebotes oder bieten sich an, selbst eine AG zu leiten. Die Organisatorin kümmert sich um die Akquise zusätzlichen Personals von außerhalb der Schule. Die Nachmittagsangebote finden auf freiwilliger Basis statt, jedoch soll eine Anmeldung nach einer Schnupperphase als verbindlich angesehen werden. Die Nachmittagsangebote sollen in der Zeit von 13:45 - 15:15 Uhr stattfinden.

Die Hausaufgabenhilfe findet an vier Nachmittagen statt (Montag bis Donnerstag). Im Schnitt besuchen zwanzig Schüler die Hausaufgabenhilfe. Sie werden in Gruppen von 6 - 8 Schülern von insgesamt 7-8 Hausaufgabenhelfern betreut. Die Hausaufgabenhelfer sind überwiegend Studentinnen, meist aus dem pädagogischen Bereich.

Die Eltern, deren Kinder die Hausaufgabenhilfe besuchen, beteiligen sich mit einem Beitrag von 45,- € pro Halbjahr, (wenn sie Mitglied im Förderverein sind 35,- €) an den Kosten der Hausaufgabenhilfe.


Die Organisationsleitung besucht die Hausaufgabenhilfe in unregelmäßigen Abständen und bietet ihre Unterstützung an. Jede Hausaufgabenhelferin hat einen Ordner. Über diesen können Hausaufgabenhelferinnen und Organisationsleitung kommunizieren. Fehlt ein Kind des Öfteren unentschuldigt in der Hausaufgabenhilfe, informiert die Organisationsleitung die Eltern.

Die AG- Angebote sollen folgende Bereiche abdecken:

Kunst/Handwerk (z.B. Kunst, Schulband, Töpfern, Patchwork, Kreatives Gestalten, Theater, Garten),

Naturwissenschaften (z.B. Physikalische Experimente, Mikroskopieren, Chemie),

Sport (z.B. Klettern, Fußball, Tanzen, Spiele mit dem Ball, Jugend trainiert für Olympia),

Informationstechnik (Computer, Homepage, PC-Führerschein, Schülerzeitung, Schreiben mit dem 10-Finger-System),

Unterrichtsvertiefendes (Mathematik, Englisch, Französisch, Geschichtsreisen).

Ganztagsangebote kosten Geld. Die Schulleitung muss dafür Sorge tragen, dass aus den finanziellen Zuwendungen des Kreises und des Landes und anderen Geldquellen das Ganztagsangebot am Laufen gehalten werden kann. Zu Beginn eines Schulhalbjahres wird ein Finanzplan aufgestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich im Schnitt auf 19000,- €.

Zur Erweiterung und Fortführung des Ganztagsangebotes, wie oben beschrieben, werden weitere Räumlichkeiten benötigt:
Räume Ausstattung Personen
Räume für Bewegung entsprechende Sportgeräte Freiflächen Betreuer (Lehrer, Sozialpädagogen, AG- Leiter)
Räume für sportliche Aktivitäten Sportgeräte, z.B. Klettergeräte, Netze, Tore Betreuer (Lehrer, Sozial-pädagogen. AG- Leiter)
Ruheraum Individualbereich Sitzgelegenheiten, Pflanzen
Krankenraum Liege, Apothekerschrank mit Ausstattung Betreuer, Schulsanitätsdienst
Küche den Bedürfnissen angepasste Ausstattung Personal für Organisation und Betreuung Mittagstisch
Speiseraum den Bedürfnissen angepasstes Mobiliar
Musikraum den Bedürfnissen angepasste Ausstattung Betreuer für AGs
Kunstraum den Bedürfnissen angepasste Ausstattung Betreuer für AGs
Videoraum den Bedürfnissen angepasste Ausstattung Betreuer für AGs
Fachräume Naturwissenschaften den Bedürfnissen angepasste Ausstattung Betreuer für AGs (Lehrer)
Lernwerkstatt den Bedürfnissen angepasste Ausstattung Betreuer für AGs
Multifunktionale Aula Bewegliche Bühne, Abtrennungsmöglichkeiten
Freiflächen für Sport Basketball, Fußball, Volleyball, Rugby

Der Umfang der Realisierung dieses Ganztagsangebotes ist von der zur Verfügung stehenden personellen, materiellen, räumlichen und sächlichen Ausstattung abhängig.

8.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung

Die regelmäßige Teilnahme der Lehrkräfte an Seminaren und Symposien zum Thema Ganztagsschule ist notwendig. Zudem muss ein Erfahrungsaustausch mit anderen gebundenen oder offenen Ganztagsschulen unter Einbeziehung des Staatlichen Schulamtes und des Schulträgers erfolgen. Die AG-Leiter sollen sich in regelmäßigen Abständen zum Erfahrungsaustausch treffen. Hier können auch unter Hilfestellung von Schulleitung oder Lehrerkollegium pädagogische Fragen geklärt werden. Die von außen kommenden Fachkräfte können davon besonders profitieren.

8.4 Evaluation

Für die Bereiche Mittagspause, Spieleraum, Multimediacenter, Turnhalle, Bibliothek, AG-Angebot und Hausaufgabenhilfe werden anhand der Nutzungszeiten und Belegungszahlen statistische Erhebungen durchgeführt, anhand derer man erkennen kann, wie das Ganztagsangebot genutzt wird.
Befragungen erfassen Ursachen für Veränderungen in den Nutzungsfrequenzen und führen zu Überlegungen, wie Angebote verändert oder verbessert werden müssen.

Am Ende eines Schulhalbjahres findet eine statistische Auswertung des AG-Angebotes statt. Dabei wird festgestellt, welche Interessengebiete abgedeckt werden konnten, welche ge-schlechtsspezifischen Angebote angewählt wurden und inwieweit der Pflichtunterricht und die AG-Angebote zeitlich aufeinander abgestimmt werden müssen.

Es ist auch zu erfassen, inwieweit hochwertige AG-Angebote aus Kostengründen nicht in das Programm aufgenommen werden können.

GANZTAGSANGEBOTE

Aufgaben der Schulleitung
" Die Schulleitung soll die Bereitstellung der finanziellen Mittel gewährleisten. Sie soll ermöglichen, dass Lehrer auf Deputatsstundenbasis AGs anbieten können. Eine Verbesserung der räumlichen Situation soll vorangetrieben werden.

Aufgaben der Lehrer
" Lehrer übernehmen die Betreuung des Multimediacenters und der Turnhalle. Sie wirken aktiv an der Gestaltung des Ganztagsangebotes mit, indem sie die Leitung einer Arbeitsgemeinschaft übernehmen. Sie sollen mit den Schülern die Ausschreibung der AG-Angebote besprechen. Sie können Empfehlungen für die Hausaufgabenhilfe abgeben. Sie sollen mit der Organisationsleitung kommunizieren und Rückmeldungen bezüglich der Qualität der Arbeitsgemeinschaften und Hausaufgabenhilfe geben.

Aufgaben der Schüler
" Reflexion einer sinnvollen Freizeitgestaltung,
" Interessen und Begabungen weiter entwickeln
" Entwicklung von Toleranz, Akzeptanz und Integrationsbereitschaft
" Mitwirkung bei den AG-Angeboten
" gegebenenfalls selbst eine AG anbieten
" Bereitschaft, durch die Hausaufgabenhilfe Hausaufgaben richtig und ordentlich zu erledigen und so positive Lernerfahrungen zu machen

Aufgaben der Eltern
" Mitarbeit in der Bibliothek (Aufsicht, Inventarisierung, Einbinden, Aus- leihe, Bücherrückgabe, Bücher sortieren)
" Angebot von Arbeitsgemeinschaften
" Benachrichtigung, wenn ein Kind nicht mehr an einer AG oder der Hausaufgabenhilfe teilnehmen will

Überprüfungsmodalitäten (Evaluation) und Ergebnisse
" Am Ende des Schulhalbjahres wird eine Statistik erstellt, aus der hervorgeht, wie das AG- Angebot angenommen wird.
" Welche AGs werden am meisten gewählt?
" Wie sieht die Verteilung der Einwahlen auf die unterschiedlichen Schulformen aus?
" Wählen sich mehr Jungen als Mädchen ein?
" Fragebogenaktion, in der geklärt werden kann, warum die Schüler an bestimmten AGs nicht teilnehmen und welche Wünsche sie für künftige AGs haben
" Rückmeldungen der Lehrer bezüglich des Wirkungsgrades der Hausaufgabenhilfe
" Prüfung des Angebotes der Karl-Kübler-Stiftung zur Kostenbeteiligung bei der Mittagsverpflegung.

9. Schulsozialarbeit



9.1 Vorüberlegungen und Ziele
Vorüberlegungen Im Februar 2003 wurde die Stelle "Schulsozialarbeit an der Schrenzerschule" in Butzbach als Angebot des Vereins Jugendberatung und Jugendhilfe e. V. (JJ) geschaffen.

Schulsozialarbeit an der Schrenzerschule soll ein Unterstützungs-, Hilfs- und Freizeitangebot für alle Schüler, deren Eltern und die Lehrer sein.

Primäre Zielgruppe des Angebotes Schulsozialarbeit an der Schrenzerschule sind, wegen der neuen Klassenzusammensetzung nach der Förderstufe, Schüler der siebten Klassen. Bei Bedarf werden auch Angebote für Schüler anderer Klassenstufen eröffnet.

Eine weitere Aufgabe des Schulsozialarbeiters an der Schrenzerschule ist es, bei schulrelevanten und außerschulischen Schwierigkeiten und Problemen Ansprechpartner für Schüler, für das Lehrerkollegium sowie für die Eltern zu sein.

Auch Themen, die den Gesamtablauf des Schulbetriebs betreffen, können aufgegriffen werden. Gewalt, Drogenkonsum, Umweltschutz, Verbesserung des Klassenklimas etc. werden thematisiert und gemeinsam mit Lehrern sowie mit einzelnen Schülern oder ganzen Klassen bearbeitet.



Die Schwerpunkte der Angebote richten sich nach dem aktuellen Bedarf. Sie werden in Absprache mit der Schulleitung festgelegt.

Um eine möglichst hohe Effektivität der Schulsozialarbeit zu gewährleisten, ist es wichtig, professionelle Einrichtungen mit in die Arbeit der Schrenzerschule zu integrieren. Die Schulsozialarbeit ist hierbei wichtiger Knotenpunkt im Netzwerk der Institution Schule und außerschulischer Einrichtungen aus Jugendhilfe, Jugendpflege und Vereinen.


Ziele

Die entwickelten Angebote sollen in vollem Umfang fortgeführt und nach Bedarf entsprechend weiter entwickelt werden. Bereiche wie Mobbing, Internetmobbing, Nikotingebrauch, Alkoholmissbrauch und Schulden sollen dann klassenstufenweise in die Schulsozialarbeit einbezogen werden. Ebenso sollen intensive und aufwändige Präventionsprojekte, Klassenseminare in höheren Klassenstufen (wie Zeit- und Selfmanagement, Kommunikation und Ausbau der Sozialkompetenz der Schüler, Benimm-Seminare) fester Bestandteil werden. Intensivere Beratung und Begleitung von Problemfällen, Integrationsarbeit von Schülern mit Migrationshintergrund sowie Einzelfallarbeit, Bewerbungstraining und AG-Angebote mit sozialen, gesellschaftlichen und pädagogischen Inhalten sollen ebenfalls zum Inhalt der Sozialarbeit werden.

9.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen

Da die Stelle des Schulsozialarbeiters mit einem Diplomsozialpädagogen mit 50 % Beschäftigungsumfang besetzt ist, ist die Schule bestrebt, in den nächsten drei Jahren die finanzielle Ausstattung für die Schulsozialarbeit zu verbessern, um das Angebot, wie beschrieben, auszubauen. Hierfür sind eine weibliche und eine männliche Vollzeitstelle in diesem Arbeitsbereich zu schaffen (exklusive SchuB-Klassen- und Trainingsraumbetreuung).
Z.Z. stellen die Schule sowie der Trägerverein JJ die sächlichen Ressourcen für die Schulsozialarbeit bereit. Für Fortbildung und Qualifizierungsmaßnahmen stellen Schule und JJ Gelder und entsprechende Rahmenbedingungen zur Verfügung.
Der Schulsozialarbeit steht mit dem "Sozialhäuschen" ein gut ausgestatteter Arbeitsplatz zur Verfügung.

9.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung

Die Mitarbeiter der Sozialarbeit verfügen über ein abgeschlossenes Studium in Sozialpädagogik oder Sozialarbeit. Dennoch ist es wichtig, dass sie an bedarfsgerechten Fortbildungen teilnehmen. Die Schulleitung und der Trägerverein unterstützen die Teilnahme an dementsprechenden Fortbildungen und stellen in der Regel finanzielle und sächliche Mittel zur Verfügung.

9.4 Evaluation der Schulsozialarbeit

Im Februar 2003 nahm an der Schrenzerschule der erste Sozialpädagoge seine Arbeit auf. Kontinuierlich wurde die Schulsozialarbeit im Kontext der Gesamtstrukturen der Schule und des Schulprogramms ausgebaut. Jetzt, im März 2009, sind ein Sozialpädagoge (50% Beschäftigungsumfang), eine Sozialarbeiterin (50% Beschäftigungsumfang) und eine Sozialpädagogin (100% Beschäftigungsumfang) in der Schule tätig (Schulsozialarbeit, SchuB-Klassenbetreuung und Trainingsraum). Ergänzt werden die sozialpädagogischen Arbeiten seit 2004 durch die Soziale Gruppenarbeit nach § 29 SGB VIII (KJHG), die in den Räumlichkeiten der Schrenzerschule durchgeführt wird. In dieser Erziehungshilfemaßnahme sind zwei weitere Sozialpädagogen (je 50% Beschäftigungsumfang) tätig.

Während 2003 das Lehrerkollegium der Schulsozialarbeit zwar offen, aber aufgrund des "Nicht-Kennens" skeptisch bzw. kritisch gegenüberstand, ist im Jahr 2009 festzustellen, dass der Umgang des Kollegiums mit der gesamten Schulsozialarbeit selbstverständlich und souverän geworden ist, ohne dass sich Arbeitsinhalte und Professionalitäten vermischen.

Der Schulsozialarbeiter führt Statistiken über seine Arbeit, die der Schulleitung jährlich vorgelegt werden. In Gesprächen zwischen Schulleitung und dem Schulsozialarbeiter werden Strukturen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen sowie schulinterne Vorgaben und Gegebenheiten diskutiert. Anhand der Ergebnisse der Gespräche werden die Arbeitsschwerpunkte und Bedarfe der Zukunft festgelegt.
Ebenso wird ein Jahresbericht der Schulleitung der Schrenzerschule, den Vertretern der Schulgemeinde und den an der Finanzierung Beteiligten vorgelegt.

In Dienstbesprechungen wird die Arbeit des Schulsozialarbeiters diskutiert und reflektiert, um anschließend zukünftige Zielvorgaben erarbeiten zu können.


SCHULSOZIALARBEIT

Aufgaben der Schulleitung
" Unterstützung bei sächlichem Bedarf
" Unterstützung bei Fortbildungsmaßnahmen
" Absprachen von Schwerpunkten, Zielen und Bedarfen

Aufgaben der Lehrer
" Erkennen und Benennen von Problemlagen Einzelner und von Klassen
" Mitarbeit bei der Erstellung von Lösungsstrategien und Unterstützung bei der Umsetzung

Aufgaben der Schulsozialarbeit
" Beratung und Unterstützung von Schülern sowie deren Eltern und den Lehrkräften
" Ausarbeitung von bedarfsgerechten Angeboten
" Organisation und Durchführung von Seminaren
" Krisenintervention
" themenzentrierte Unterrichtsbegleitung
" freiwillige Aufsichten zum Kennenlernen von Schülern in nicht krisenbehafteten Situationen
" Ausbildung und Begleitung von Schülern in Bereichen, in denen diese anschließend Verantwortung für ihre Mitschüler übernehmen (Streitschlichter etc.)
" Mitarbeit in diversen Gremien zur Verbesserung des Schulklimas und Entwicklung von schulischen und außerschulischen Schwerpunkten sowie Austausch zwischen Schule, Jugendhilfe, Jugendpflege und Vereinen
" Vermittlung zu anderen Einrichtungen und Zusammenarbeit mit diesen
" Überprüfen der Gesamtentwicklung und Ausarbeitung von Bedarfen und anschließender Planung von bedarfsgerechten Angeboten
" Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern der SchuB-Klassen und der Trainingsraumbetreuung

Aufgaben der Schüler
" Erkennen und Benennen von Problemlagen
" den Mut haben, den Weg zur Schulsozialarbeit zu suchen
" Mitarbeit bei der Erstellung von Lösungsstrategien und deren Umsetzung

Aufgaben der Eltern
" Erkennen und benennen von Problemlagen
" den Mut haben, den Weg zur Schulsozialarbeit zu suchen
" Mitarbeit bei der Erstellung von Lösungsstrategien und deren Umsetzung

Überprüfungsmodalitäten (Evaluation) und Ergebnisse
" Überprüfung der Gesamtentwicklung der Schulsozialarbeit an der Schrenzerschule
" Jahresstatistiken und deren Auswertung
" Jahresberichte

10. Hauptschüler und SchuB


10.1 Vorüberlegungen und Ziele

Vorüberlegungen
Die im Schulprogramm I von 2002 beschriebene Ausgangslage hat sich bis heute nicht wesentlich verändert. Aufgrund der im Folgenden aufgeführten Ausgangslagen wie

" unzureichendes Basis- und Allgemeinwissen bei vielen Schülern,
" Anstieg benachteiligter Schüler aufgrund ihres sozialen Umfeldes und ihrer
Bildungsferne,
" schlechte körperliche Verfassung bei vielen Schülerinnen und Schülern

sahen wir es damals als notwendig an, in verschiedenen Bereichen alternative Wege im Hauptschulunterricht zu beschreiten.

Es zeigte sich, dass die hierfür erforderlichen Lösungsansätze zum Teil sehr stark miteinander verknüpft sind; trotzdem wurden sie getrennt dargestellt. Inzwischen wurden die Lösungs-ansätze in den letzten sieben Jahren in den Unterricht und die Organisation eingebracht und haben hier zu Veränderungen geführt. Diese sind direkt im Anschluss an die Lösungsansätze von 2002 angefügt.


Ziele

Das Konzept "SchuB" (Schule und Betrieb) - als Förderelement für stark benachteiligte Schüler - soll fortgeführt und SchuB-Elemente sollen auf die anderen (Hauptschul-) Klassen übertragen werden.

Die Kooperation mit der Technikerschule Butzbach, besonders im Bereich von handlungsorientiertem Werkstattunterricht, soll weiter verstärkt werden. Des Weiteren entstehen z.Z. Kooperationen mit freien Bildungsträgern im Rahmen der Berufsorientierung (unter anderem über "OloV").

Der Einsatz des Berufswahlpasses als erfolgreiches Mittel zur Berufsorientierung wird auf die Jahrgangsstufe 7 ausgedehnt.

Der 2005 eingeführte Praxis- und Betriebstag in der Jahrgangsstufe 9 wird fortgeführt. Hier sind deutlich Erfolge bei der Lehrstellenvermittlung festzustellen.

Eine dritte Sport- oder Bewegungsstunde im Stundenplan ist weiterhin ein Ziel für alle Schüler.


10.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen

Die Maßnahme SchuB ist vonseiten des Kultusministeriums bis 2015 genehmigt worden und wird in der Schrenzerschule in jedem neuen Schuljahr als Folgemaßnahme beantragt. Die Pläne für Personal- und Sachkosten werden jedes Jahr neu erstellt und sind bis 2009 gesichert.

Die SchuB-Maßnahme soll auch bei einer geplanten und beantragten Umwandlung der Schrenzerschule in eine integrierte Gesamtschule fortgeführt werden.


10.3 Lösungsansätze von 2002 und ihre Entwicklung (bis 2009)

Lösungsansatz 1 (von 2002) Damit Schüler neue Informationen verarbeiten können, ist eine Basis von Grundlagenkenntnissen erforderlich. Deshalb ist unter Beachtung der gültigen Lehrpläne ein auf unsere Schüler zugeschnittenes Hauptschulcurriculum zu entwickeln, das gleichzeitig die Verwendung praxisorientierter Unterrichtsmaterialien beinhaltet und Methoden des entdeckenden Lernens ermöglicht.

Für alle Fächer muss gelten: Weg vom Formelwissen - hin zu anschaulichen Erklärungs-modellen, die an Alltagsphänomene und Alltagssituationen gekoppelt sind.

Projektunterricht und fächerübergreifender Unterricht, aber auch lehrergesteuerte direkte Instruktionen, sind wichtige Unterrichtsformen und Methoden, die gleichzeitig adäquate Lern- und Lehrstrategien eröffnen.

Da komplexe Sachverhalte vereinfacht dargestellt werden müssen, ist es sinnvoll, die Lehrwerke zu ergänzen. Es eignen sich hierfür sowohl praxis- und berufsorientierte Mate-rialien aus der freien Wirtschaft als auch schülergerecht aufbereitete Fernsehsendungen und Bücher.

Entwicklung und Evaluation

In den Hauptschulunterricht sind vermehrt projekt- und handlungsorientierte Grundsätze eingeflossen. Die Bildung von Hauptschul-Teams ermöglicht einen wesentlich flexibleren Tagesablauf für die Schüler, was der Projektarbeit sehr entgegenkommt. Die inzwischen eingeführte Projekt-prüfung verstärkt diese Tendenz. Eine Zusammenführung von Schü-lern aus dem Haupt- und Realschul-bereich im Vorfeld von Projektprü-fungen und Abschlusspräsentationen in einem gemeinsamen Projektunter-richt ist angedacht


Lösungsansatz 2 (von 2002)
Um in der Hauptschule zielgerichtet arbeiten zu können, müssen vermehrt außerschulische Lernorte mit einbezogen werden. Damit der Praxis- und Realitätsbezug noch deutlicher hergestellt wird, sollen "Spezialisten" (wie z.B. Handwerker, Kaufleute, Künstler) von "außen" in die Schule geholt werden. Berufspraktische Kompetenzen und die Lebenserfahrung der Spezialisten verbinden sich so mit den didaktischen Kompetenzen der Lehrkräfte zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft.
Das Wahlpflichtangebot (Metall, Elektronik, Holz, Ernährung etc.) soll als Ergänzung zum üblichen Fächerkanon gesehen werden. In Kooperation mit Personen von außen muss ein AG- und Projektangebot geschaffen werden, das den Wissenserwerb praxisnah und erfahrungsorientiert über selbstständiges Lernen und eigenes Handeln gestaltet.

Die Einrichtung von Lernwerkstätten, entsprechend dem Konzept einer Produktionsschule, ist dabei unabdingbar.


Entwicklung und Evaluation

Die Anzahl der Schulabbrecher hat sich deutlich reduziert und tendiert gegen Null. Entscheidend hierfür sind eine Reihe von Maßnahmen zur Orientierung in der Berufspraxis und zur Potenzialanalyse der Schüler.

Die Einführung von Praxis- und Betriebstagen für alle Hauptschüler der 9. Klassen stellt einen stärkeren Bezug zur Arbeits- und Berufswelt dar. Zusätzlich werden in Kooperation mit der benachbarten Technikerschule für alle 8. Klassen aus dem Haupt- und Realschulbereich Metall-Schnupperkurse angeboten

Über das EU-Projekt RegNets konnten über zwei Jahre Maßnahmen wie Potenzialanalysen, Bewerberseminare etc. durchgeführt werden. Einige dieser Maßnahmen werden weitergeführt. Zudem wurde im Rahmen der Qualifizierungsoffensive die Berufsorientierung verstärkt, die seit einem Jahr unter dem Namen OloV (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit) auch an der Schrenzerschule etabliert ist. Seit vier Jahren ist auch das Projekt SchuB mit zwei Klassen an der Schule vertreten

Die guten Erfahrungen, die in den Jahren zuvor mit dem 10. Hauptschuljahr gemacht worden sind, konnten in SchuB eingebracht werden. Zudem hat die intensive Fortbildung der in SchuB unterrichtenden Kollegen einen weiteren großen Schritt in Richtung praxisorientierten Unterrichts geleistet. Diese Erkenntnisse kommen auch bei den "Regel-Hauptschülern" zur Anwendung


Lösungsansatz 3 (von 2002)

Da wir im Unterricht zunehmend auf Verhaltensauffälligkeiten und Lernstörungen bei Schülern treffen, ist das Aufstellen von festen Regeln und Ritualen sowie das Fördern von Umgangsformen nötig, um zu einem gedeihlichen Lernklima zu kommen.

Schule allein kann jedoch die Verbesserung der sozialen Kompetenz und die Förderung von Verantwortungsbewusstsein, insbesondere in zu großen Klassen, nicht leisten. Deshalb muss eine Unterstützung durch außerschulische Institutionen, unter Einbeziehung ihrer diagnostischen Kompetenz (z.B. Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe, Jugendamt, Schulpsychologischer Dienst), erfolgen.


Entwicklung und Evaluation
Die Einbindung von Sozialpädagogen in das Hauptschulkonzept unterstützt die Weiterentwicklung im Bereich der sozialen Kompetenz und fördert die Schüler in besonderem Maße. Die Einrichtung eines Trainingsraumes komplettiert diesen Lösungsansatz


Lösungsansatz 4 (von 2002)
Getreu des Grundsatzes "mens sana in corpore sano" erhält der Sportunterricht in der Hauptschule einen besonderen Stellenwert. Durch eine Erweiterung (Erteilung der 3. Sport-stunde) und durch zusätzliche Sportangebote (u.a. Erlebnispädagogik) ist eine Verbesserung von konditionellen, koordinativen und sozialen Fähigkeiten zu erreichen. Des Weiteren ist die Schaffung eines veränderten Ernährungs- und Gesundheitsbewusstseins Teil dieses Lösungsansatzes. Das Zusammenwirken von sport-, natur- und ernährungswissenschaftlichen Aspekten muss im fächerübergreifenden Unterricht erfolgen.


Entwicklung und Evaluation
Im Bereich der körperlichen Fitness (Sportunterricht) konnte eine 3. Sportstunde noch nicht im Stundenplan eingerichtet werden, steht aber weiterhin auf der Agenda. Eine Erweiterung der Aktivitäten in diesem Bereich in der Schule (die natürliche Freifläche "Wäldchen" mit Bewegungsanreizen, die Kletterwand in der Sporthalle, das geplante Kleinfußballfeld) ist erfolgt bzw. steht an. Im Bereich Sport werden die Jahrgangsstufen 9 und 10 (Haupt- und Realschüler) gemeinsam neigungsbezogen unterrichtet


10.4 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung
Durch stärkeres teamorientiertes Arbeiten in Hauptschul-Teams (insbesondere in SchuB) konnte eine Qualifizierung der Lehrkräfte erreicht werden, die durch einen fortwährenden Austausch mit Hauptschulzweigen anderer Schulen ergänzt wurde.

Die Arbeit am Konzept selbst und in den entsprechenden Klassen soll auch weiterhin die Lehrkräfte für die Aufgaben in der Hauptschule fortbilden. Der teamorientierte Ansatz ist für Lehrer und Schüler die Grundlage für ein effektives und erfolgreiches Arbeiten.


10.5 Zusammenfassende Evaluation
Insgesamt ist festzustellen, dass all diese einzelnen Maßnahmen im Gesamtpaket die Ergebnisse der Hauptschularbeit erheblich und messbar verbessert haben. Die Quote der Repetenten in den Hauptschulklassen geht gegen Null. Gut 70 Prozent der Hauptschüler erhalten die Berufsfachschulreife und damit einen Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Die Zahl derer, die keinen Schulabschluss bekommen, liegt weit unter fünf Prozent.


HAUPTSCHÜLER UND SCHuB

Aufgaben der Schulleitung " Fortführung von SchuB und Übertragung von SchuB-
Elementen auf die Arbeit in der Hauptschule
" Integration von SchuB in mögliche zukünftige IGS
" Die Fortbildungsangebote aus SchuB werden auch ande-ren Lehrkräften zugänglich gemacht.

Aufgaben der Lehrer
" Verstärkte Kooperation mit der Technikerschule Butzbach und gegebenenfalls freien Bildungsträgern im Rahmen der Berufsorientierung
" Fächerübergreifender Unterricht
" Vermehrt projektorientiertes Arbeiten

Aufgaben der Schüler
" Eigenständiges Arbeiten am Unterrichtsthema
" Teamfähigkeit entwickeln
" Bereitschaft zu projektorientiertem Lernen

Aufgaben der Eltern "
Ideelle und finanzielle Unterstützung der Vorhaben

Überprüfungs-modalitäten (Evaluation) und Ergebnisse
" In SchuB findet eine Evaluation über das SchuB-Monitoring statt.
"Die Ergebnisse der Hauptschüler können nur anhand der Schülerverbleibstatistiken evaluiert werden.
Welche Einzelmaßnahme zum Erfolg geführt hat, ist nur wissen-schaftlich evaluierbar.

11. Multimedia


11.1 Vorüberlegungen und Ziele

Die Neuen Medien bestimmen in zunehmendem Maße die heutigen Lebens-, Arbeits- und Kommunikationsformen.

Hierauf muss Schule die nachwachsenden Generationen vorbereiten. Gleichzeitig bestimmen die Neuen Medien in immer stärkerem Maße Unterrichtsinhalte und deren Gestaltung.
Dies bedeutet, dass Schüler lernen müssen, kompetent und kritisch mit Medien umzugehen.

11.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen

Die Schüler werden ab der 5.Klasse im Umgang mit dem PC vertraut gemacht (siehe Lernmatrix Förderstufe, Hauptschule, Realschule und WPU 7/8 und 9/10, TEIL C). Der Umgang wird in den einzelnen Fächern in Projektarbeit und geeignetem Einsatz für den Unterrichtsstoff geübt. Der PC wird hierbei vor allem als Werkzeug, aber auch zur Informationsgewinnung genutzt.

Für die Nutzung stehen zwei Multimediaräume und Medienecken in allen Klassenräumen und der Bibliothek zur Verfügung. Es gibt einen Belegungsplan für die Multimediaräume, in die die Benutzer eingetragen werden.

Im Unterricht wird den Schülern Gelegenheit gegeben, Referate und Präsentationen mit dem PC anzufertigen. Die Schüler können von jedem PC im Unterrichtsbereich ihre gespeicherten Daten abrufen und bearbeiten, da sie auf dem Server gespeichert werden. Zusätzlich ist die Möglichkeit gegeben, Projekte mit einer Diskette oder einem USB-Stick mit nach Hause zu nehmen und dort weiterzubearbeiten.

Im Rahmen der Öffnungszeiten der Bibliothek stehen den Schülern vier Medienecken zur Verfügung.

In der Mittagspause können Schüler das Multimedia-Center nutzen.
Die Computer haben eine Laufzeit von 5 Jahren und werden nach Ablauf dieser Zeit durch den Dienstleister ersetzt und auf den neuesten Stand gebracht.

11.3 Qualifizierungsmaßnahmen der Lehrerinnen und Lehrer

Es ist notwendig, dass den Lehrern die Möglichkeit zur Teilnahme an Fortbildungen eingeräumt wird.

Schulintern besteht die Möglichkeit, sich von den Fachbereichsleitern einweisen und fortbilden zu lassen. Diese bieten ebenso wie fachkompetente Lehrer schulinterne Fortbildungen an.

Weiterhin müssen auch externe Angebote des AfL, des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft (Ferienakademie für Lehrkräfte) und der Hard- und Softwareanbieter wahrgenommen werden.

Da die Schrenzerschule zur Feststellung von beruflichen Kompetenzen von Schülern das handlungsorientierte Modul "hamet 2" einsetzt, erfolgt in diesem Rahmen auch eine Lehrerfortbildung.

Für neue Kollegen erfolgt eine Einweisung in die Benutzung der PCs. Sie können u.a. den Schülern einer Klasse Aufgaben in den persönlichen Ordner der Schüler schicken und auch deren Kurse oder AGs anlegen. Lehrkräfte müssen dahingehend geschult werden, dass sie die Lernsoftware hinsichtlich Didaktik und Verständlichkeit beurteilen können.

Dabei spielen Fragen wie die nach den Vorteilen gegenüber traditionellen Unterrichtsmethoden, der Angemessenheit gegenüber dem Lehrplan, der sprachlichen Begrifflichkeit und der Verständlichkeit hinsichtlich der Navigation eine entscheidende Rolle.

11.4 Evaluation

Es findet eine ständige Überprüfung der Aktualität der Software durch alle Lehrkräfte statt. Vorschläge zur Anschaffung von Software werden durch die IT-Beauftragten auf Realisierung überprüft. Ebenso werden Inhalte der Lernmatrix überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.

Die Arbeitsergebnisse der Schüler können jederzeit durch die Software LANIS vom Fach-lehrer eingesammelt und kontrolliert werden. Ferner ist über die Software "Master Eye" eine Kontrolle der Schülerarbeiten im laufenden Betrieb möglich. Lehrer können somit den Schülern an entscheidenden Stellen helfen, unterstützend eingreifen, Tipps geben und auch erkennen, welche Schüler Probleme im Umgang mit den neuen Medien haben. So ist die Überprüfung des Lernfortschritts kontinuierlich gegeben.

Die Auslastung des Multimedia-Centers kann man anhand der dafür vorgesehenen Reservierungslisten überprüfen. Auch die Frequentierung dieser beiden Medienräume in der Mittagspause der Schüler ist quantifizierbar.

Anhand der in den Abschlussprüfungen verwendeten Medien kann festgestellt werden, ob ein Zuwachs oder Rückgang beim Einsatz und eine sinnvolle und effektive Verwendung festzustellen sind.

MULTIMEDIA Aufgaben der Schulleitung
" Unterstützung der Fachbereichsleiter durch Deputatstunden und Schaffung von Freiräumen (bei Einhaltung von Richtlinien im Umgang mit den Medien) und das Gewähren von Fortbildungs-maßnahmen.
" Das Bereitstellen von Geldern für Verbrauchsmaterial sowie bei der Anschaffung von Software, Hardware und Möblierung.

Aufgaben der Lehrer
" Neben schulinternen Fortbildungen von Lehrkräften für Lehrkräfte, die bereits stattfinden, müssen auch externe Angebote des AfL, des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft (Ferienakademie für Lehrkräfte) und der Hard- und Softwareanbieter wahrgenommen werden.
" Einarbeitung in den kompetenten Umgang mit den neuen Medien und pädagogischer Softwareprogramme (Master-Eye, Lanis )
" Kontrolle in den Mittagspausen, in welcher Weise die Schüler das Internet nutzen

Aufgaben der Schüler
" Erwerb von Kenntnissen entsprechend den Inhalten der Lernmatrix für Förderstufe, Real- und Hauptschule
" Vertraut machen mit der Bedienung der neuen Medien
" Vertraut machen mit den persönlichen Ordnern zum Abspeichern der Arbeitsergebnisse " Einarbeitung in die installierte Software
" Nutzung der zur Verfügung stehenden Lexika (CD-Server), um Unterrichtsinhalte zu erarbeiten " Nutzung der Medienecken in den Klassen
" Sorgfältiger Umgang mit der Multimediaanlage und Beachtung der Benutzerordnung

Aufgaben der Eltern
" Kenntnisnahme der Benutzerordnung des Multimedia-Centers
" Einwirken auf die Kinder, die Benutzerordnung einzuhalten
" Bei Erkennen von Missbrauch die Schule informieren

Überprüfungs-modalitäten (Evaluation) und Ergebnisse
" Ständige Überprüfung der Aktualität der Software durch alle Lehrkräfte
" Vorschläge zur Anschaffung von Software werden durch die IT-Beauftragten auf Realisierung überprüft. " Ebenso werden Inhalte der Lernmatrix überprüft und gegebenen-falls aktualisiert.
" Die Arbeit der Schüler wird mit Hilfe der pädagogischen Software überprüft.
" Evaluation, wie Schüler Referate und Präsentationen durchführen:
" Sind die neuen Medien genutzt worden?
" Wurden sie sinnvoll und effektiv genutzt?
" Zeigt sich, dass die Zielvorgaben, wie sie für den ECDL formuliert wurden, erreicht sind?
" Wurde Standardsoftware sinnvoll und kompetent genutzt?
" An Hand der Schülerergebnisse ist zu überprüfen, ob das unterrichtliche Angebot an der Schule ausreicht.
" Gegebenenfalls sind zusätzliche Kurse und AGs anzubieten oder es muss in den Fachkonferenzen überlegt werden, ob genügend Inhalte mit PC-Bezug im Lehrplan der Schule vorhanden sind.

Anhang

A. Übersicht zur PC-Ausstattung der Schrenzerschule

Die Schrenzerschule ist mittlerweile vollständig vernetzt. Neben zwei Multimedia-Räumen befindet sich in jedem Klassenraum mindestens eine Multimediaecke. Die naturwissenschaftlichen Fachräume sind mit Beamern ausgestattet. Beamer sind auch im Musikraum so-wie in der Bibliothek installiert. In der Bibliothek stehen vier Medienecken zum Recherchieren zur Verfügung. Die Bibliotheksverwaltung erfolgt mit Hilfe der Software Littera auf einem eigenen Rechner.

Für Präsentationen stehen drei mobile Präsentationseinheiten zur Verfügung (Notebook mit Beamer und Lautsprechern

Im Physikfachraum ist über ein externes Interface die Messwerterfassung und Versuchsauswertung am PC möglich. Ferner steht den Schülern auch eine Simulationssoftware zur Verfügung, die auch auf dem heimischen PC installiert werden darf. Hierbei besteht die Möglichkeit, Versuche zu simulieren, ohne dass wertvolle Hardware (Messgeräte, Wider-stände, Glühbirnen etc.) zerstört wird.

Alle Rechner im Unterrichtsbereich sind mit pädagogischer Lern-, Übungs- und Standardsoftware ausgestattet.

Für den Zeugnisdruck stehen sieben Rechner zur Verfügung, welche nicht mit dem Internet verbunden und auch nicht mit dem Verwaltungs- und Unterrichtsbereich vernetzt sind. Dies stellt eine hohe Datensicherheit dar, da der Datenmissbrauch von außen somit nicht möglich ist.

Die Sozialpädagogen der Schule, welche in einem eigenen Gebäude untergebracht sind, arbeiten mit drei untereinander vernetzten Rechnern ohne Internetzugang. Dem Trainingsraum steht ebenfalls ein Computer zur Verfügung.

Die Verwaltung ist physikalisch vom Unterrichtsbereich getrennt und verfügt über einen Server und sechs Clients.

Nach dem Medienkonzept des Wetteraukreises wird die Hardware in einem Fünfjahresrhythmus ausgetauscht.

Die Wartung der Anlage erfolgt durch die IT-Beauftragten der Schule und einen externen Dienstleister.

B. Nutzung der Anlage

Die Computerräume sind vollständig ausgelastet und werden durch Unterricht in allen Fächern genutzt. Die Schule hat eine Lernmatrix nach Schulzweigen und Fächern sowie Jahrgängen erstellt.

12. Methodentraining

12.1 Vorüberlegungen und Ziele

Die Anforderungen der modernen Gesellschaft an die Heranwachsenden und die Tatsache, dass Lernen heute mehr denn je als lebenslanger Prozess gesehen werden muss, machen eine konsequente Methodenschulung notwendig.

Im Einzelnen sind folgende Problemfelder zu erkennen:

" sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen der Schüler in Bezug auf Lern- und Arbeitstechniken
" hoher Anteil an Schülern, die aufgrund einer Konzentrationsschwäche andere Lernmethoden benötigen
" veränderte Anforderungen an Bewerber um Ausbildungsstellen
" Präsentations- und Abschlussprüfungen

Das Methodentraining der Schrenzerschule ist als integraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Schule zu betrachten, der im Zusammenwirken mit Bausteinen wie den Teamentwicklungsseminaren und weiteren Trainingsseminaren die Schülerkompetenzen entwickeln und stärken und die Schüler mehr in die Lage versetzen soll, eigenverantwortlich zu arbeiten und einen Zeitplan und eigenen Lernprozess zu gestalten.

12.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen

Die oben genannten Problemfelder zeigen, dass eine konsequente Methodenschulung und Anwendung der erlernten Methoden von Schülern und Lehrern gleichermaßen im Unterricht notwendig ist.

Im Jahresterminplan der Schrenzerschule werden je Halbjahr zwei aufeinanderfolgende Schultage festgelegt, an denen der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Arbeits- und Lernmethoden liegt. Die notwendigen Arbeitsmaterialien (soweit sie die Schüler nicht sowieso mitbringen) und Räume, z.B. Computerraum, Bibliothek, werden von der Schule zur Verfügung gestellt. Die Vermittlung der Methodenkenntnisse liegt in der Hand des Klassenlehrers oder eines Lehrerteams. Hierzu werden ein Methodencurriculum und Arbeitsmaterialien entwickelt, die an zentraler Stelle aufbewahrt werden und jeder Lehrkraft zur Verfügung stehen. Die Materialien können je nach Bedarf ergänzt oder verändert werden. Im Anschluss an die jeweiligen Methodentage sollen die eingeübten Methoden im Fach-unterricht angewendet und vertieft werden.

Die erforderlichen Materialien müssen von den Lehrkräften zusammengestellt werden, da es zwar eine Fülle von Materialien zum Methodentraining gibt, dieses aber gesichtet, ausgewählt und an den Bedarf der Schüler der Schrenzerschule angepasst werden muss. Den Kollegen müssen also zeitliche Freiräume in Form von Workshops gewährt werden, um die Arbeit zu bewältigen. Außerdem benötigen sie einen Arbeitsraum, in dem sie im Team ungestört arbeiten können und nicht zuletzt eine Möglichkeit, wo das erarbeitete Material sowie das Arbeitsmaterial für alle zugänglich aufbewahrt werden kann.

Um die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse adäquat umsetzen zu können, soll über eine alternative Rhythmisierung von Unterricht und über die Einflechtung von Projektunterricht nachgedacht werden, da die Möglichkeiten für methodenorientiertes Arbeiten in einer Einzelstunde und im Fächergeflecht nur schwer umsetzbar sind

12.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung

Weiterhin ist es notwendig, dass den Lehrern die Möglichkeit zur Teilnahme an Fortbildungen eingeräumt wird. Schulintern kann eine Möglichkeit der Fortbildung darin bestehen, dass eine erfahrene Lehrkraft während der Methodentage mit einer weniger erfahrenen Lehrkraft zusammenarbeitet.

12.4 Evaluation

Die Methodentage werden am Ende des jeweiligen Tages zwischenevaluiert und am Ende der beiden Methodentage durch geeignete Reflexionsmethoden evaluiert. Auch die Beobachtung der Schüler im anschließenden Regelunterricht bietet die Möglichkeit, die Methodentage zu evaluierten.
Das Konzept des Methodentrainings der Schrenzerschule wird durch andere wichtige Bausteine ergänzt, wie z.B. die Teamtrainingsseminare und das Self-Managementtraining. Eine gesonderte Evaluation ist somit nur sehr eingeschränkt möglich. Eine Evalutionsmöglichkeit, die allerdings in Zusammenhang mit anderen Bausteinen des Schulprogramms zu sehen ist, bieten die erreichten Noten in den Projekt- und Präsentationsprüfungen.

METHODENTRAINING

Aufgaben der Schulleitung
" Festlegung der Trainingstage
" Organisation (Raumplan, Lehrereinsatz)
" Archivieren der erarbeiteten Materialien
" Bereitstellung von Material (Methodenkoffer, Duden, Lexi-ka, Folien, Plakatkarton …)

Aufgaben der Lehrer
" Erarbeitung der Materialien
" Organisation (Kopien, Plakatkarton…)
Aufgaben der Schüler
" Anlegen eines Methodenordners

Aufgaben der Eltern "
Unterstützung des Konzepts

Überprüfungs- modalitäten (Evaluation) und Ergebnisse
" Reflexion der Methodentage
" Sichten der erarbeiteten und eingesetzten Materialien
" Sichten der Arbeitsergebnisse an den Methodentagen (Leporellos, Plakate, Folien …)
" Beobachtung der Schüler hinsichtlich ihres Methoden-einsatzes.

13. Verlässliche Schule

13.1 Vorüberlegungen und Ziele
Um Eltern die Gewähr dafür zu bieten, dass sie sich auf die durch den Stundenplan benannten Unterrichtszeiten verlassen können und dass für Schüler Unterrichtsausfall weitestgehend vermieden wird, ist die Schrenzerschule bemüht, ausfallenden Unterricht durch Vertretungsunterricht abzudecken

Sollte dies trotz aller Bemühungen nicht möglich sein, hat die Schulkonferenz beschlossen, dass hiervon ab Jahrgangsstufe 8 gemäß § 15a HSchG abgewichen werden kann.

13.2 Zeitplan und organisatorischer Rahmen Die Schrenzerschule verfügt über einen Personalpool von z.Z. fünf Personen für den Vertretungsunterricht. Diese Personen stehen für das Jahr 2009 weitestgehend zur Verfügung. Die Finanzmittel sind für das Haushaltsjahr 2009 zugewiesen.

13.3 Qualifizierungsmaßnahmen und Fortbildung

Die Vertretungslehrer werden durch eine intensive Kooperation und den informellen Austausch mit den Fachkollegen und der Schulleitung darin fortgebildet und unterstützt, einen auf die Lerngruppen bezogenen inhaltlich sinnvollen Vertretungsunterricht durch-zuführen.

13.4. Evaluation
Es finden regelmäßig ein Feedback und ein Erfahrungsaustausch zwischen dem Personal für "Verlässliche Schule", den Fachkollegen und der Schulleitung statt. Rückmeldungen von Schülern und Eltern unterstützen diesen Prozess.

Redaktionsteam:
Ulrike Arabin, Karin Balasch, Uwe Balser, Barbara Dönmez, Michael Gerull, Klaus Keller, Patrick Lang, Christin Löbrich, Holger Müller, Tim Nungesser, Barabara Ortmann, Michael Schröter, Wolfram Stöhr, Anja Tschesche, Jörg Welker, Andreas Weiss, Nathalie Wranke.







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